die Vornehmsten immer an behalten.

Wenn gleich diese Eilandsbewohner einerseits von sanftem Karakter, gehorsam, dankbar und anhänglich sind, so sind sie dagegen auch stolz, fana­tisch, rachsüchtig, und ihren Sitten und Gebräuchen überaus anhänglich.

Der Zweikampf kommt sehr häufig bei ihnen vor, und bei der ge­ringsten Gelegenheit zerfleischen sie sich, tigerähnlich, mit ihren Kris (Dolchen). Selbst die Kinder schlagen sich auf Leben und Tod. Vergebene haben sich die Holländer bemüht, diesen Kämpfen, welche meist durch Eifer­sucht veranlasit werden, ein Ziel zu setzen. Ein schiefer Blick, ein unziem­liches Wort reichen hin, unauslöschlichen Haß, der sich vom Vater auf den Sohn vererbt, zu erzeugen, und blutige Kämpfe hervorzurufen.

Das weibliche Geschlecht, welches gleich heftige Leidenschaften einathmet, ist schön, und wohlgebaut, und hat, der dunkeln Farbe ungeachtet, eine sehr angenehme Gesichtsbildung, welche durch große schwarze Augen mit sanftem nachdenkendem Blicke noch erhöht wird. Die langen schwarzen Haare sind auf dem tzinterkopfe zusammengebunden. Die Haltung ist ungezwungen und wvllüsiig, und wenn die Kleidung auch einfach ist, fehlt es dabei dock, nicht an Ziererei, wodurch ein neuer Reiz gewonnen wird. Das weiße Hemde ist weit, und wird durch einen Gürtel zusammengehalten. Ein Stück kostbares Zeug wird auf die mannigfaltigste Weise über die Schultern geworfen. Die runden Arme sind mit Armringen geziert, und die kleinen .Hände und schön geformten Füße würden den Schönen etwas sehr Reizen-

Bewolmcr Australiens. Bewohner von Java. 403

An Statt der Hosen tragen die Männer aus den höchsten Ständen zu­weilen ein Tuch, das sie um die Hüften schlingen, und bedienen sich der Pantoffeln, welche niedere Personen stets vor Höheren ausziehen, und nur

des geben, wenn die schwarzen Zähne und der rothe, vom Speichel triefende, Mund nicht etwas Abstoßendes hätte.

Bon den Küstenbewohncrn verheirathcn sich mehre mit den Europäern, die Bewohner des Innern aber vermischen sich selten mit den Holländern, und haben daher die ursprünglichen Züge reiner bewahrt. Ihre Dörfer liegen in Gebirgsschluchten und auf der .Höhe der Bergpäffe, und sind nur durch schmale, steile, und beschwerliche Fußpfade mit einander verbunden. Dieser Theil von Iava's Bewohnern lebt noch unter eingeborenen Ober­häuptern, und zeichnet sich durch Muth, Karakterfestigkeit und die Fähigkeit, Beschwerden zu ertragen, aus, wie man dies auch bei andern Gebirgs- völkern häufig antrifft. An Beraubungen und an Krieg, welche ein Bezirk gegen den andern und eine Landschaft gegen ihre Nachbarin führt, gewöhnt, sind sie zugleich kampflustig und kühn. Sie sind mit dem Gebrauche der

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