258
bet Fuchs aber gieng zum Löwen, bet seine Höhle nicht weit davon hatte, unb sprach 'ba braußen liegt ein tobtcs Pferb, kämm boch mit hinaus, ba kannst bu eine fette Mahlzeit halten.' Der Löwe gieng mit; wie sie bei bem Pferb stanben, sprach ber Fuchs 'hier hast bus boch nicht nach beiner Gemächlichkeit, weißt bu was? ich wills mit bei» Schweif an bich binben, so kannst bus In bettle Höhle ziehen unb in aller Ruhe verzehren.' Dem Löwen gefiel ber Rath, unb er stellte sich hin, damit ihm ber Fuchs bas Pferb anknüpfen könne, hielt auch fein still. Der Fuchs aber band mit bes Pferbes Schweif bem Löwen bie Beine zusammen, unb drehte und schnürte alles so wohl unb stark, baß es mit keiner Kraft zu zerreißen war. Als er nun sein Werk vollendet hatte, klopfte er dem Pferd auf die Schulter, unb sprach 'zieh Schimmel, zieh.' Da sprang bas Pferb mit einmal auf, unb zog den Löwen mit sich fort; ber Löwe fieng an zu brüllen, daß die Böget in dem ganzen Wald vor Schrecken aufflogen, aber das Pferd ließ ihn brüllen, zog und schleppte ihn über das Feld vor seines Herrn Thür. Wie der Herr das sah, besann er sich eines bessern, und sprach zu dem Pferd, 'du sollst bei mir bleiben, und es gut haben,' und gab ihm satt zu fressen bis es starb.

