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der und deßhalb hatten mich stets die russischen Herrschaf­ten so gern. Ich habe auch stets nur bei vornehmen Rus­sen servirt ich stehe zum ersten Male bei einem Deutschen in Diensten.

Hofrath. Na, es wird den Harry doch wohl ge­freut haben, das Vaterland wiederzusehen.

Harry. Mich? ganz und gar nicht! Ich wußte ja, wie es darin aussieht. Hier ist es ja überhaupt ein elen­des Leben in dem Städtchen. Wenn mein früherer Herr, der Herr Graf Schnablikow, mich nicht gleichsam dem Herrn Renaud übergeben hätte und inir es so zu sagen zu einer Ehrensache geworden wäre, ich stünde nicht hier vor Ihnen.

Hofrath. Also eine Ehrensache! Schau, schau, was man nicht Alles erfährt.

Hofräthin. So erzähle doch, mein Sohn.

Harr y. Sehen Sie, der Graf Schnablikow und Herr Renaud waren die besten Freunde von der Welt. Sie kleideten sich ganz egal, sie hatten dieselben Neigungen, denselben Umgang, sie waren die feinsten und elegantesten jungen Herren, die man sehen konnte. Herr Renaud that Alles, was dem Herrn Grafen Schnablikow Vergnügen machte und dieser that dann Herrn Renaud Alles zu Ge­fallen. So kam es denn auch, daß er den abscheulichen Namen Neinhold Sandelheim ablegte, den kein Franzose aussprechcn konnte, und sich Chevalier Renaud nannte, das klang freilich besser.

Hofrath. Abscheulicher Name? was ist das? Hofräthin. Ach, unterbrich ihn nicht!

Hofrath. Weil ihn so 'n dummer Franzose nicht aussprechcn konnte!