30

etwa von dem Groom eines Lion die Unterwürfigkeit eines Leibeigenen? Harrp ist modern, gerade wie er zu unserm Sohne paßt.

Hofrath (l-ch-n s»lau). He, he, he, he!

Hofräthin (herrisch). WaS soll das Lachen, wenn ich spreche?

Hofrath (gleichsam verschämt thuend). Sieh, ich kann mir nun einmal nicht helfen in diesem Stücke bin ich dann doch ein wenig rococo; ein naseweiser Bursche verdient Nasenstüber.

Hofräthin. Es wird mir ganz schwül in Deiner Nähe! ich muß einen Gang durch den Garten machen. Hofrath. Soll ich Dich begleiten?

Hofräthin. Bemühe Dich nicht; Du gehst mir viel zu langsam. (Ab.)

Vierte Scene.

Der Hofrath allein.

Der Hofrath. Sie fühlt sich hier zu schwül; sie ist erregt und erhitzt und ich ich gehe ihr zu langsam. Ich kann mich doch nicht so ganz zur Modernität auf­schwingen; denn das begreife ich zum Beispiel wieder ganz und gar nicht. Vielleicht daß unsers Sohnes Hiersein meine Erziehung vollendet. Ja, warum nicht? Der Mensch ist zuin Fortschritt geboren und unsere Erziehung soll so lange wir leben nicht aufhören. Nur das ist sonderbar, daß der Sohn zu der Erziehung des Vaters beitragen soll! Das Moderne hat aber eine komplette Umgestaltung aller Verhältnisse herbeigeführt.