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Hu! mich durchrieselt's bei dem Worte! — Wie schwer ist's, diesem vielköpfigen Ungeheuer, Publicum genannt, etwas recht zu machen! Gebt ihm Euer Bestes, Euer Herzblut, um es zu sättigen, und es verschmäht die Gabe. Welche Mühe gab ich mir um das Opernbuch! wie sorgfältig überlegte ich Alles mit dem Dichter, wie bereitwillig fügte er sich jeder meiner Forderungen, wie begeistert ging ich an die Arbeit. Ich glaubte eine wahre, eine ächte Inspiration in mir zu fühlen, ich warf ihre Eingebungen auf das Papier, ich fühlte mich gehoben; je weiter ich kam, desto höher wuchs mein Glück. Ich spielte und sang mein Werk den Freunden vor und Alle jubelten mir Beifall zu. Jeder weissagte mir einen Succcß, wie ihn Rossini, wie ihn Meyerbeer gewohnt sind. — Ach, noch gestern glaubte ich daran — noch vor wenigen Stunden — und jetzt habe ich nichts als die Ueberzeugung gewonnen, daß der Prophet wirklich nichts im Vaterlande gilt, und einen Kranz, den meine gute, alte Zimmervermietherin hieruntcn mir mit zitternder Hand in das Orchester warf, als einige wohlwollende Freunde am Schlüsse der Vorstellung applaudirten. Ich fühle es, daß ich fort muß — aber wohin? Hier gibt man noch ein Werk von mir, damit es durchfalle; in der Fremde wird man es nicht einmal zur Aufführung zulassen. Traurige Eristenz! Dornenvolle Bahn! Soll ich auf dir
fortwandeln? (Er geht vom Fenster; gleich darauf härt man einen wilden Satz auf dem Flügel, der noch eine kurze Zeit während des folgenden Monologs fortwährt).
Zweite Scene.
Fräutcin Krausemünze, in einem Fenster neben oder unter dem des Komponisten.
Krause münze. Du solltest auf Deinen Lorbeeren ruhen, guter Jüngling, und auch andere Menschen schlafen lassen. O, Ungeduld der Jugend! nicht Tag, nicht Nacht

