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Meister Strack. Einem Menschen — sagt Ihr — ( das Leben gerettet?
Der Schneidergesell. Ich kam eben des Weges. Die Schule war aus und die frohe Jugend strömte zum Thore hinaus; ich sah mit Vergnügen zu, wie sie sprangen, johlten, sich mit Schnee warfen. Ach, uns Alten fallen dann auch dabei die glücklichen Tage ein, die wir so weit schon hinter uns haben und die nun nimmer, nimmer für uns wiederkehren! Unter den springenden und jubelnden Knaben war auch einer, der ein feines Pelzchen anhatte, eine rothsammtne Mütze mit Zobel verbrämt und goldner Troddel saß ihm keck aus den blonden Locken und eine große Tasche von Saffian hing ihm auf dem Rücken; es mußte wohl vornehmer und reicher Leute Kind sein, wie ich mir sogleich dachte. Das Knäblein sprang Allen J voran; es war so munter und freute sich seines Lebens; da verlier' ich's plötzlich aus den Augen; es war mitten im Haufen der Uebrigen. Mit einem Male höre ich einen furchtbaren Schrei; Alle stieben auseinander und da, wo sie soeben noch gestanden hatten, sah' ich im Eise ein großes schwarzes Loch und kein Zweifel bleibt mir, es ist fließendes Wasser. Ein Unglück mußte geschehen sein und Einige von den Kindern, die an's Ufer laufen, schreien und wehklagen, daß Einer von ihnen in das Wasser gefallen sei. Während das umstehende Volk schreit und die Hände ringt und nur ein Paar sich behutsam auf das Eis und zur Stelle wagen, kommt aber auch schon Dieser da, Euer wackerer Sohn, triefend wie ein Pudel daher und zerrt seinen Kameraden bei den Haaren hinterher — er war ihm in demselben Augenblicke nachgesprungen.
Die Meisterin. Ach, um des Himmelswillen!
Meister Strack. Das hat unser Fritz gethan?

