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gleist unv Müßigasna.
Ernst und Philipp waren Zwiliingsbrüdcr, die sich zwar sehr ähnlich imAeußern, aber um so weniger gleich im Charakter waren. Obwohl beyde gehorsam, dankbar und talentvoll, wie überhaupt mit vortrefflichen Naturanlagen ausgestattet waren, so machten sie doch, wie der Titel dieser Erzählung errathen läßt, einen ganz verschiedenen Gebrauch davon. Ernst war am glücklichsten, wenn er beschäftigt seyn konnte, wogegen Philipp am frohesten war, nichts thun zu dürfen; wenn Ernst sich alle Mühe gab, seine Aufgabe zur Zufriedenheit des Lehrers auszuarbeiten, eilte Philipp, bloß damit fertig zu werden, ohne viel um das Wie zu fragen, über- dicß horchte er auch wenig auf Andrer Rath, war voll Selbstvertrauen, glaubte, in einem Alter von kaum zwölf Jahren, schon genug Erfahrung zu haben, sich selbst leiten zu können, und nabm sich demnach auch keine Mühe, die ihm mangelnden Eigenschaften zu erwerbe», da er sich für vollkommen hielt. Ernst hingegen dachte über alles nack, was man ihm sagte; zweifelte stets an sich; bielt sogleich ein, wenn man ihn aufmerksam machte, daß er nicht recht handle, und sparte keine Mühe, sich Fehler abzugewöhnen; denn ich will nicht behaupten, daß er ganz fehlerfrei) gewesen wäre. Ein Knabe kann in acht Tagen kein Jüngling werden, und eben so wenig die Unvollkommenheitcn der Kindheit, im Verstände und Gemüthe, auf einmahl verbessern; nur durch Geduld und Beharrlichkeit kann man eingewurzelte Fehler ausrotten, und sich dafür gute Eigenschaften erwerben; um so mehr

