Bitte ausiprach, als er aber Vater und Bruder fort- gehn sah, konnte er sich der Thränen nicht enthalten und verzögerte dadurch sein Werk nun noch mehr, daher er auch Nachmittag seine Erholungszeit am Zeichentische zuzubringen genöthigt war.
Gerne möchte ich am Schluße dieser Erzählung mei, nen kleinen Lesern und Leserinnen mittheilen können, daß Philipp sich ernstlich besserte. Leider war aber dieß nicht der Fall. Trotz seiner ernstlichsten Vorsätze, suhlte er sich immer wieder zu schwach, den unseligen Hang zur Trägheit zu überwinden, und die Folge davon war, daß er in seinen Studien in Allem zurückblieb, erst sehr spät sie vollenden konnte, und in der Laufbahn, die er dann wählte, zeitlebens ein Stümper blieb, dessen Erwerb kaum seinen nothwendigsten Bedürfnissen genügen konnte. Ernst dagegen, wenn er auch in seinen Jünglingsjahrcn manches leichtsinnig übersah, lernte doch bald die Nothwendigkeit eines geregelten Fleißes immer mehr erkennen und übenz auch er studierte, aber mit dem günstigsten Erfolge, denn nach den glänzend zurückgelegten Prüfungen fand er gleich eine vortheilhafte Anstellung, und sah sich in wenigen Jahren in eine Stellung versetzt, die ff gleich ehrenvoll als Vortheilhaft war, und in welcher er unermüdete Thätigkeit mit anerkannter Rechtlichkeit und Klugheit zu vereinen wußte.

