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Dieser Abend, der anfangs so traurig vorüberzu- schleichen drohte, war es also in der That nur für Julie durch ihre eigne Schuld und Thorheit geworden, woge­gen Sophie ihn vergnügt zubrachte, da sie genug Einsicht und Geduld hatte, sich in das Unvermeidliche zu fügen: denn wenn Sophie auch ihrer Schwester Bey­spiel gefolgt wäre, so würden Henriettc und die Cousinen umsonst gekommen seyn, und beyde Schwe­stern gleich mißvergnügt und unwohl den Abend ver­bracht haben. Julie sah dieß ein, und nahm sich ernst­lich vor, sich zu bessern. Zwar war das nicht das Werk eines Augenblicks, und noch oft begegnete es ihr, in die alte Untugend zurückzufallen, aber das Beyspiel der Schwester und die Lehren der Mutter, siegten zuletzt doch über die Macht der Übeln Gewohnheit, und der erste thätige Beweis dieses Sieges war ihr Entschluß, sich jenen schadhaften Zahn ausreißen zu lassen, was auch Statt fand, ohne daß sie dabey die mindeste Schmer- zcns-Bewegung zeigte.

Mögen daher meine lieben Leser und Leserinnen nie vergessen, daß Ungeduld jedes Uebel nur vergrößern, dagegen es durch Ergebung nicht allein gelindert. son­dern oft in Vergnügen verwandelt wird,