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Der folgende Tag.

Während des Frühstückes zerstreute sie ein blinder Musikant, dessen mißtönende Tänze ihnen Lust machten, sich darnach herumzudrehen. Von dieser Arbeit ermüdet, ruhten sie im Gartcnhause aus, wo sie der Anblick ei­nes Vogelnestes, in welchem zwey Jungen von ihren sorgfältigen Aeltern gefüttert wurden, unterhielt; dann war Essenszeit, und hierauf wurden kleine Nachbarn besucht.

Die guten Vorsätze.

So verging der zweyte Tag mit Nichtsthun, und Wilhelm dachte erst im Bette daran, morgen gewiß fleißig zu lernen; auch legte er sein Buch unter das Kopflißen, um es am andern Tage gleich bey der Hand zu haben. Dasselbe that auch Flore ntin e, »denn« meinte sie »Fräulein Louise wird sehr böse werden, wenn wir ungehorsam waren. Schade nur, daß ich eben so viel zu thun habe; morgen muß ich mein Kleid aus­bessern, sonst müßte ich es zerrissen tragen.«

»Und ich,« sagte Wilhelm, »ich muß morgen nothwendig meinem Freunde Julius Kügelchen zum Spielen kaufen. Nun geht das Lernen morgen nicht, so ist ja wieder ein Tag, und setzen wir uns erst daran, so ist es bald vollbracht.«

Doch fanden sich auch am folgenden und dritten Tage neue Ursachen nicht zu lernen, denn der böse Wille hat immer einen Vorwand zu seinem Gunsten, und verzö­gert so lange, bis es zum Handeln zu spät ist.