Tausende nach dem Dome wallten, mußte er allem zurück, bleiben. Seit der Kranz auf daS Gebäude gesetzt worden war, hatte er sein Haus nicht mehr verlassen. Als er die Glocken ernst und feierlich schallen und selbst die Chorgesänge in seine einsame Stille herübertönen hörte, faltete er die müden Hände auf der Brust und sagte traurig:
„So ist es mir also doch nicht vergönnt, das Haus vollendet zu schauen, das ich meinem höchsten Herrn gebaut! Ich soll nicht knien und beten in Mitten der Gläubigen und Gott für die Kraft danken, die er mir zu meiner letzten Arbeit verliehen, — denn ich fühle es, mein Tagewerk ist nun zu Ende! O das thut wehe — aber ich will nicht murren gegen Gottes Willen!"
Und still lag er, aber aus seinen eingesunkenen Augen schlichen sich langsam einzelne Thränen. Da öffnete sich, wie in jener Nacht, wo er den Plan zu dem wundervollen Baue gefunden, die Thür, und Angelo tritt herein; seine Gestalt erscheint dem alten Meister höher und edler denn je zuvor, sein Gesicht war durchsichtig und glänzend. Er näherte sich dem Lager des Kranken und sprach mit
Nur der Meister, in dessen Seele dieser Prachtbau, den er selbst ein versteinertes Gebet nannte, entstanden war, lag siech und krank auf dem Lager, und während viele

