^Km Jahre 1300 lebte ein Landpfleger und Pfandherr Namens Milser in großem Reichthum und weltlicher Macht zu Koll- mann, einer Ortschaft inTyrol, das weit in die germanischen Gauen und in die Gärten Italiens hinauSschaut und in mehrfacher Beziehung ein gar wundersames Land ist.
Herr Milser hatte Kisten und Kasten wohlgefüllt mit Krön- und Speciesthalern, aber es wußte sich Niemand zu entsinnen, daß er jemals einem Armen nur ein Fledermäuse! (eine Scheidemünze) geschenkt hätte, und die Bauern, die ihren Zins auf den Schloßbcrg zu dem gestrengen Herrn tragen mußten, meinten überdies: der Pfleger sei ein „zweischneidiger Mensch," d. h. Einer, dem nicht recht zu trauen ist, und hier sollte es besonders bedeuten, daß Herr Milser es eben so wenig treu mit dem Landessürsten meine, als er ein Freund des Volkes sei.
Solche Reden kamen denn hin und wieder dem Pfand- berrn zu Ohren, und so stolz und übermüthig er war, fürch-

