Turnen mit Theobald einstellen, weil sie eine unbestimmre Angst habe, daß dieser dabei Schaden nehmen werde. Der Hauslehrer mußte zwar über diese unnöthige Sorge lächeln, aber er sagte:Auch gut, das giebt alle Tage eine freie Stunde mehr für mich!" Und er brachte diese Zeit nun regelmäßig bei dem Schullehrer zu, der gleich ihm noch ein junger Mann war und gern eine Parthie Piquet oder Ecarto mit Herrn Friedriei spielte. Theobald triumphirle über die wohlgelungene List und sah mit heim­lichem Lächeln das Turngerüst im Garten abbrechen.

Da nur die Kammerfrau der Gräfin das Vorrecht hatte, im Krankenzimmer ein- und auszugehen, und die übrige weibliche Dienerschaft ihre Herrin seit dem Tode des Grafen nicht mehr gesehen hatte, wagten sie Theobald niemals zu widersprechen, oder seinem Willen entgegen zu handeln. Denn sicher hätte der schlaue Knabe, der seiner Mutter Alles von der ihm vortheilhaftesten Seite vorzustellen wußte, sie bei der Gräfin angeklagt und die Rechtfertigung wäre ihnen um so schwerer geworden, da sie niemals selbst mit der Gräfin sprechen konnten, sondern alle Befehle durch den Mund der Kammerfrau erhielten, welche sich sehr hoch- müthig und vornehm gegen die übrige Dienerschaft benahm, und deren natürlicher Liebling Theobald war.

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