Das Erndtefest.

Der Fleiß, die Mühe und Arbeit des Land­manns war reichlich belohnt worden, Gott hatte Sonnenschein und Regen gegeben, kein Frost, kein Hagel, keine Ueberschwemmung das Getraide auf dem bebauten Acker zerstört; es war eingeerndtet und in die leeren Scheunen sicher untergebracht worden. Im Dorfe sollte nun das Erndtefest gefeiert werden.

Eines Morgens erschien der Schulze des Dorfs mit zwei der Aeltesten, alle drei in ihrem Sonn­tagsstaat, und in Begleitung einer geputzten Dirne, es war die Tochter eines armen Landmanns, in dem Hause der Frau von Teschendorf; man wünschte diese zu sprechen.

Es wurde ihr gemeldet; sie wunderte sich sehr über einen so unerwarteten Besuch, und noch

101