weil er ihr einziges Kind war, außerordentlich liebte, und über dessen Tod sie sich jetzt so sehr betrübte, daß sie irr im Verstände wurde und seitdem viel Dum­mes und Verrücktes that. Ihr unglücklicher Mann suchte daher so viel als möglich zu Hause zu sein und sie zu bewachen. Aber nun war er einmal gerade ausgegangen, als ein reisender Handwerksbursche bei ihr anklopfte und sie um einen Zehrpsennig und etwas WarmeS ansprach. Sie laßt ihn ins Zimmer kom­men und gibt ihm Suppe und Braken, so viel vom Mittagessen übrig ist; und während der müde Bur­sche behaglich ausruht und sich die Gabe der mildthä­tigen Frau wohlschmecken laßt, sieht sie ihn so recht an und denkt an ihren Sohn, der wohl jetzt eben so groß und alt wäre, wenn er noch lebte; und da ver­fällt sie vor Bekümmerniß wieder in ihre alte Ver­rücktheit und sagt zu dem Handwerksburschen:Guter Freund, ich sehe wohl, daß Er weit in der Welt her­umgekommen ist. Mein Sohn ist auch weit fortge-

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Ein G c s ch i ch t ch e n.

Einer reichen Frau starb einst ihr Sohn, den sie,