nicht durch Gewalt, sondern nur durch Ueberzeugung und Erkenntniß einer andern herrlichern Lehre als treue Freunde erworben werden können. Kaum war auch der erzwungene Friede geschlossen, und Karl zu neuen Siegen nach Italien geeilt, als die Sachsen, durch ihre alten Priester bedroht, sich auf's neue empörten, das verhaßte Joch des ihnen aufgedrungenen Christenglaubens, den sie nur dem Namen nach kannten, abwarfen, die fremden fränkischen Feldherrn erschlugen, unter Anführung Wit- tckinds, Herzogs zu Engern, in die Länder des Franken-Königs einfielen, und sie mit Feuer und Schwert verheerten. Da beschloß Karl eine blutige Rache zu nehmen, und sie mit Gewalt zu dem Glauben zurückzuführen, von dessen heiliger Wahrheit seine ganze Seele erfüllt war. Er flog aus Italien herbei, schlug die Heere seiner Feinde, ließ, um ein furchtbares Beispiel seines Zorns zu geben, auf einer Stelle 4500 der gefangenen Sachsen enthaupten, und späterhin gegen 10,000 Einwohner aus ihren Wohnungen zusammentreiben, und an andere Orte versetzen. Wäre er den mildern christlichen Weg gewandelt, und hätte ihre» Glauben und ihre Liebe sich zu eigen gemacht, dann würde ohne Menschcnblut das Ziel sicherer und schöner errungen worden sein. Doch Karl vertraute auf seine Macht, der noch nichts widerstanden hatte, und meinte, vor einem so furchtbaren Beweis der-

