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v Kunigunde.
Zch bin eine arme, verlassene Frau, meinen Gatten hat der Marschall in's Hauptquartier berufen lassen, meinem Sohne hat ein Fremder einen Brief aufgedrungen, das Kind wußte nicht, was es that, es kennt nicht, was Verbrechen heißt, und soll nun den grausamen Gesetzen des KriegeS unterliegen! Unsere vaterländischen Truppen habe ich oft herbeigesehnt^ um unter ihrem Schutze sicher zu sein, — zwingen Sie mich nicht, daß ich Gott auf meinen Knieen bitten muß, mich und meine Kinder aus ihren Händen zu befreien!
von Struhl.
Madame! obgleich Ihr Knabe daS Handwerk eines Spiones getrieben, so will ich dennoch mit möglichster Rücksicht auf die Mutter verfahren. Ich lasse Sie mit ihm allein — Gebrauchen Sie Zhr mütterliches Ansehen, ihn zum Geständniß zu bewegen, und ersparen Sie mir so harte Zwangsmittel. Bedenken Sie aber, daß ich Ihnen nur kurze Zeit gewähren kann, denn ich habe strenge Ordre, die Sache schnell in's Klare zu bringen; jener Major Dumartain hat meinen General persönlich auf das empörendste beleidigt; er hat sein schönes Gut ausgeplündert und selbst seine Familie gemißhandelt. Gleiches daher mit Gleichem. Kommen Sie also bald zu einem Entschluß, Madame!

