und deren abscheuliches Geheul. Es war außer dem wilden Thürschemann (so hieß dieser Mensch) niemand weiter in denr ganzen Hause.
Nun brummte der Thürschemann der Maria zu: „Bei wem willst du schlafen, bei mir oder bei Hunden und Katzen?" Maria sprach: „Bei Hunden und Katzen." Da mußte sie aber gerade neben ihm schlafen, und er gab ihr ein schönes weiches Bette, daß Maria ganz herrlich und ruhig schlief. Am Morgen brummte Thürschemann: „Mit wem willst du frühstücken, mit mir oder mit Hunden und Katzen?" Sie sprach: „Mit Hunden und Katzen." Da mußte sie mit ihm trinken, Kaffee und süßen Rahm. Wie Maria fortgehen wollte, brummte Thürschemann abermals: „Zu welchem Thor willst du hinaus, zum Goldthor oder zum Pechthor?" und sie sprach: „Zum Pechthor." Da mußte sie durch's goldene gehen, und wie sie durchging, saß Thürschemann oben darauf und schüttelte so derb, daß das Thor erzitterte, und daß Maria ganz von Gold überdeckt war, das von dem Goldthore auf sie herabfiel.
Nun ging sie wieder heim, und ins elterliche Haus eintretend, kamen ihre Hühner, die sie sonst immer gefüttert, ihr freudig entgegen geflogen und gelaufen, und der Hahn schrie: Kikeriki, da kommt Goldmarie! Kikeriki! Und ihre Mutter kam die Treppe herunter und knixte so ehrfurchtsvoll vor der goldenen Dame, als wenn es eine Prinzessin wäre, die ihr die Ehre ihres Besuches schenkte. Aber Maria sprach: „Liebe Mutter, kennst du mich denn nicht mehr? Ich bin ja die Maria."
Jetzt kam auch die Schwester ganz erstaunt und verwundert, wie die Mutter, und beide voll Neides, und

