die Gunst des Grafen erhoben, in denselben Kerker aber ward die böse Amme geworfen, und ihre Base aus dem Schlosse gepeitscht; Christinchens Bild wurde aus dem Rauchfang genommen, und der Graf trug es auf seinem Herzen, Christinchen aber selbst ward seine Gemahlin. Zitterinchen leckte schmeichelnd die Hand der Herrin; als sie ihm aber liebkosend versprach, daß es nun gute Tage bei ihr haben sollte, verwandelte sich's in eine schöne Prinzessin, die dem verwunderten Christinchen ihr Schick­sal erzählte. Sie war von einer bösen Zauberfrau ver­wünscht gewesen und war durch Christinchens Erlösung selbst erlöst worden.

Aschenbrödel.

Ein Mann und eine Frau hatten zwei Töchter, und war auch noch eine Stieftochter da, des Mannes erstes liebes Kind, gar fromm und gut, aber nicht gern gesehen von ihrer Stiefmutter und Stiefschwestern, deshalb wurde es auch schlecht behandelt. Es mußte in der Küche den ganzen Tag über wohnen, alle Küchenarbeit thun, früh aufstehen, kochen, waschen und scheuern, und nachts mußte es in der Bodenkammer schlafen. Da kroch es bisweilen in die Asche am Küchenherd und wärmte sich, und da es davon nicht sauber aussehen konnte, so wurde es von der Mutter und den Schwestern noch obendrein Ascheubrödel- chen genannt, aus Spott und Bosheit.

Einst war der Vater zur Messe gereist und hatte die Mädchen gefragt, was er ihnen mitbringen solle: da hatte die eine schöne Kleider, die andere Perlen und Edel-