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sie sah das Fenster an, unter welchem es stand, dann lachte sie hell auf und klatschte fröhlich in die Hände: „O, das ist prächtig! dies Bäumchen ist am Ende aus den: Kern entstanden, welchen ich damals dem alten Grafen weg diebte. Guter Witte, ja, das Bäumchen habe ich lieb, binde es an ein Stückchen und hege und pflege es; jetzt zähle ich funzehn Jahre: wenn ich dreißig Jahre alt bin, dann reicht er schon zu meinem Fenster auf, und ich pflücke die Früchte von dort aus."
Fünfzehn Jahre waren verflossen, das Fräulein hatte geheirathet und war Wittwe geworden. Nach dem Tode ihres Mannes zog sie wieder in ihrer Mutter Haus ein; sie brachte zwei kleine Töchter mit und einen Käfig mit einer Nachtigall, das letzte Geschenk ihres Geniahls.
Es war Herbst, als die junge Frau heimkehrte; sie bewohnte wie ehemals das Zimmer, unter dessen Fenstern der Apfelbaum stand, ein Zimmer im zweiten Stock, über dem Eßsaal belegen. Es war ein rauher, unfreundlicher Tag, Wind und Regen wirrten die Blätter des Apfelbaumes durch einander. Die junge Wittwe saß am Fenster und sah diesem wüsten Spiele zu, das jüngste Mädchen

