streng verboten, daß während des Unterrichts gesprochen würde, und hatte mit Strafe gedroht, weil sein Verbot öfter über­treten worden war. Aber sowohl Wilhelm als Karl waren sehr redselig, und zn gleicher Zeit sprach einmal während des Unterrichts jeder mit seinem Nachbar.

Wer hat hier gesprochen?" fragte der Lehrer. Ein Knabe, der Wilhelm nicht leiden konnte, nannte sogleich seinen Namen. Der Lehrer verurtheilte ihn, daß er sich einen hinunter, also unter Karl setzen sollte. Dieser aber stand sogleich auf und sagte:ich habe auch gesprochen."

Der Lehrer freute sich über diesen schönen Zug Karl's und verzieh beiden ihr Vergehen. Alle Kinder aber gewannen Karl, den alle gern hatten, nur noch lieber, und Wilhelm fühlte, daß Karl besser sei als er.

Der Eckstein.

Hugo war etwas unbesonnen während des Laufens; anstatt vor sich zn sehen, schweifte er mit den Augen theils zurück, und rannte entweder an ihm Begegnende an, die auch nicht vorsichtig waren, oder er tappte in Pfützen und Rinnsteine oder stolperte über Sachen, die im Wege lagen.

Sei doch vorsichtig!" ermähnte der Vater.Gib doch auf den Weg Acht!" sagte die Mutter. Aber er gab nur so lange Acht, bis das Nichtachtgeben ihn wieder anwandelte.

Einmal rannte er an einen Eckstein, und stieß sich der­gestalt auf den Magen, daß er fast ohnmächtig wurde.

Der dumme Stein!" sagte er zn seiner Entschuldigung, daß er auch gerade im Wege stehen muß!"

Der dumnie Junge!" sagte der Vater,der auch ge­rade aus den Stein losrennen muß! Wer ist der Dümm­ste von euch Zweien? Der, der ausweichen kann, oder der, der feststehen muß?"

Hugo schämte sich unb das ist der Anfang znr Besserung.

^ Karl Konisch.