Der Jäger war gerührt, die Neue des Alten schien wahr und tief; durch den Ersatz des Geldes und die Verbindung mit des Müllers Tochter konnte wenigstens ein Theil der Schuld getilgt werden.
Da öffnete sich langsam die Thür und Gitta, bleich und verstört, trat in das Zimmer; sie eilte zu Toni, der ihr beide Hände entgegenstreckte. „Ich habe alles mit angehört," sprach sie ernst und gefaßt; „eine verzeihliche Neugier trieb mich hieher und ließ mich meines Vaters Schuld und meine Schande hören! Danach kann ich dir nicht angehören und habe keinen Vater mehr! Lebet wohl, Ihr sollt nichts mehr von nur hören." Sie entwand sich den Armen der sie Zurückhaltenden und stürzte aus dem Zimmer.
Der Müller brach bewußtlos zusammen. Der Jäger aber lief dein Mädchen nach, das flüchtigen Schrittes dem See zueilte.
Ein dichter, grauer Nebel legte sich zwischen das fliehende Mädchen, die leichten Fußes über das Eis hinmegglitt, und den ihr in höchster Besorgniß folgenden Jäger. Mit einem Mal floß der Nebel auseinander, die hellen Strahlen der Sonne hatten sich Bahn gebrochen. Gleichzeitig machte ein unterirdischer Donner die Eisdecke erzittern. Die Kraft der Fliehenden erlahmte immer mehr — näher und näher kam der Jäger. Einige Schritte noch und der schützende Arm Tonis erreichte das Mädchen — da barst mit einem gewaltigen Krachen die dünne Decke des Eisspiegels unter den Füßen der Dahineilenden und ein Schrei durchzitterte die Luft, — das Mädchen war verschwunden. Der Jäger fiel im Sprung über eine Scholle, und verlor die Besinnung.
Als er nach mehreren Tagen aus seiner Bewußtlosigkeit erwachte und die Augen aufschlug, befand er sich im Zimmerchen der alten Muhme, die ängstlich bemüht war, nasse Umschläge um das verwundete Haupt Tonis zu legen. Die Sonne schien freundlich durch die kleinen Fensterscheiben, und ihre Strahlen umspielten das lockige Haar des jungen Mannes, der bleich und regungslos dalag.
So verging eine lange, trostlose Zeit. Der Frühling kam, die Eismänn- lein zogen sich auf die höchsten Spitzen der Berge zurück und der weite See mit seiner blauen, flimmernden Oberfläche lag ruhig und friedlich da, als wäre er niemals Zeuge von so erschütternden Scenen gewesen. Der Müller
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