Arm um das Mädchen geschlungen hatte, dann fiel sein Blick auf den getöteten Tiger, der seitwärts neben dem ohnmächtigen Diener lag.
„Wer tödtete den König des Waldes?" frug er, sich an Hafsan wendend.
Der Jndier kreuzte die Arme über der Brust und erwiderte demüthig: „Der Gott, der uns alle schuf, gab mir die Kraft, dies Thier zu erlegen !"
„Du hast den Tiger getödtet und einem uieiner Diener das Leben gerettet, darum sollst du ohne Strafe von hier weggehen, doch merke dir, Haffan, wenn du noch einmal wagen solltest, in Amina's Nähe zu kommen, so lasse ich dich von den Dienern zu Tode peitschen!"
Der Hindu reichte dem Mädchen die Hand und kehrte kalt und gemessen der Gruppe den Rücken. Langsam ging er dem Strand zu, wo die Barke seiner harrte. —
Vor dem Bambushäuschen, im Schatten zweier Bananen, hatte man eine Hängematte befestigt, in welcher der Lord nachlässig ausgestreckt lag und eine Anzahl alter, vergilbter Schriften und Zeichnungen betrachtete, die sein ganzes Interesse in Anspruch zu nehmen schienen.
„Hier muß es sein," sagte er für sich, nachdem er lange Zeit ein Blatt studirt hatte. „Zwanzig Schritt vom Ufer, am Ausfluß des Cavery in das Meer. — Hier sank das Schiff, das die kostbare Perle trug, welche man die ,Perle des Brahma' nannte."
Dann las der Lord weiter: „Sie hat die Größe eines Hühnereis und die Farbe einer aufblühenden Rose. — Es muß ein Prachtstück sein; wer nur diese Perle fände!" seufzte der Lord; dann ließ er die braunen, unscheinbaren Papirusblütter fallen und versank in tiefes Nachsinnen.
Plötzlich schnellte er von seinem Lager empor und klatschte dreimal in die hohlen Hände, worauf er ungeduldig nach der Hütte sah.
Ein Diener kam auf das gewohnte Zeichen eiligst herbei und frug nach dem Befehl des Herrn.
„Schicke mir Amina, wenn meine Tochter ihrer nicht bedarf."
Der Diener entfernte sich sofort und kam gleich darauf mit dem Mädchen zurück.

