Der erste Minister meinte, die Gefahr sei groß, doch wenn er mit fünfzig Käfern auf die Ameisen losgehe, so würden sie alsbald das Feld räumen.

Der zweite Minister war der Ansicht, daß die vereinten Kräfte der Käfer, Schmetterlinge und Blumen nicht ausreichen würden, den Feind zu vertreiben und der dritte Minister sprach sich dahin aus, daß man mit der Königin Formica und ihren Ameisen einen Vergleich eingehen solle, in wel­chem die Ameisenkönigin als wirkliche Herrin des ganzen Gebietes anerkannt würde, während dem Namen nach die bisherigen Fürsten die Regierung weiter führen sollten.

Bei dem letzten Vorschlag war der König erregt aufgesprungen, griff voll Zorn an das mächtige Hirschgeweih und hieß den gesammten Minister­rath auseinandergehen.

Nachdem er längere Zeit in tiefem Nachdenken verharrt hatte, ließ er den Kammerherrn vom Dienst rufen.

Baron Eichenbock!" sagte er,laßt mir den alten Räuber, den Amei­senlöwen, vorführen."

Der Kammerherr verneigte sich und ging, um dem Auftrag des Königs nachzukommen. Er begriff nicht, wozu man den gefürchteten Wegelagerer ver­wenden wolle.

Kurze Zeit darauf trat der Räuber, mit schweren Fesseln beladen und von Wachen umgeben vor den König.

Bist du deiner Kunst noch mächtig," begann König Hirschkäfer,und leben deine Söhne noch?"

Der Ameisenlöwe bejahte die Fragen.

Ich will dir die Freiheit schenken, wenn du dich verpflichtest, die meinen Unterthanen und Freunden so gefährlichen Trichter im Sand nur zur Ver­nichtung des Feindes zu errichten."

Der Schreck vor der neuen und unbekannten Gefahr soll uns von dem Ameisenheer befreien. Wenn du und deine sechs Söhne neben den Ansied- lungen der Feinde deine gefährlichen Löcher gegraben hast, so wird, wenn nur einige der Feinde auf dem lockeren Sand in die Trichter hinabstürzen und ihren Tod finden, ein panischer Schreck das feindliche Heer ergreifen und die Königin wird in den Wald zurückkehren, woher sie gekommen ist."