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mehr für alte und traurige Menschen, als für junge und fröhliche, aber doch hängt mein Herz mit ganz besonderer Borliebe an den lieben, unschuldigen Kindern und gern möchte ich ihnen das Beste von all' den Gaben schenken, die ich besitze, wenn die muntern Kleinen mich nur unter sich dulden möchten. Aber kaum sehen sie mich von Weitem kommen, so laufen sie eilig davon und müffen sie doch zuweilen meine Gegenwart dulden, so werden sie verdrieß­lich und müde, finden mich langweilig und trocken, gähnen und halten die Augen kaum offen, ich mag ihnen von meinen Schätzen: Wissenschaft, Kunst, gute Lehren, oder was ich sonst besitze, noch so treffliche Dinge anbieten. Das ist's, was mich traurig macht, denn ich liebe die Kinder so herzlich und möchte gar zu gern ihr Freund werden."

Die liebliche Kleine, welcher der gute Alte so sein Leid klagte, hatte aufmerksam den Worten desselben gelauscht, jetzt nun sprang sie vergnügt empor und klatschte lustig in ihre kleinen Hände.

O ich helfe dir! ich helfe dir, mein lieber Herr Ernst, sei nur jetzt nicht mehr traurig!" rief sie dabei voll Jubel.Die Kinder sollen dich so gern unter sich sehen, als mich selbst, und du mußt wissen, ich bin der größte Liebling der Kleinen. Bin ich ja doch selbst noch ein Kind, und werde es auch all' mein Lebtag bleiben, denn so will es meine Mutter und mir ist es gar lieb und angenehm."

Wer bist du denn eigentlich, du liebe Kleine?" fragte der Alte neugierig, und schaute auf das wunderherrlich schim­mernde bunte Kleid und die goldenen Flügel des holden Ge­schöpfes.

Wer ich bin?" rief die Kleine verwundert,nun das Märchen bin ich, du guter Alter, das lustigste, glücklichste Kind meiner lieben Mutter, der Phantasie, die mich so liebt und verzieht, daß ich von all' meinen Geschwistern beneidet werde. Sieh, mich schmückt sie mit den lieblichsten Kleidern, die sie besitzt, mir läßt sie allen Willen, ob ich auch mit meinen goldenen Flü­geln überall umher gaukle; denn Nichts ist vor mir sicher, kein Ort und kein Ding in der Welt, Alles benutze ich als Spielzeug, ganz wie es mir einfällt!"