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Tinchen blickte ganz verschüchtert nach dem wunderschönen Prinzen hin, den sie befreit hatte, sie wußte selbst nicht wie, dieser aber nahm die goldne Krone aus seinen dunklen Locken, fiel vor Tinchen auf die Knie nieder und sagte flehend:O liebes Tinchen, mein ganzes Königreich biete ich dir an zum Danke für meine Befreiung! Willst du, daß ich ferner in demselben König sein soll, so mußt du einst, wenn du größer geworden bist, meine Königin werden, denn ich habe dich so lieb, daß ich ohne dich nicht mehr leben mag. Willst du dies aber nicht, so wollte ich lieber, ich wäre das alte Männchen geblieben, in das mich der Zauberer Zwietracht einst aus Rache verwandelt hatte, als ich nur Liebe und Eintracht in meinem Lande duldete. Deine lieben Brüder sollen von mir auch mit offnen Armen empfangen werden und auch mir geliebte Geschwister sein!"

Tinchen hatte den lieben schönen Prinzen gleich so herzlich lieb gewonnen, daß sie sehr gern versprach, seine geliebte Königin werden zu wollen, und so eilten sie allesammt froh und glücklich aus der Höhle ihres bösen Feindes hinaus, der jetzt keine Macht mehr über sie hatte, seit das unschuldige Tinchen sie befreite, das kleine blaue Vögelchen der guten Fee Concordia flatterte zwitschernd voraus und bald gelangten sie in das Königreich des erlösten Prinzen. Da war großer Jubel im Lande über die Er­rettung und Heimkehr deffelben, dieser aber zeigte dem Volke seine Erretterin Tinchen und Alles jubelte dem braven Mädchen voll Dank und Freude zu.

Bald erschien auch die holde Fee Concordia in dem fröh­lichen Kreise und freundlich lächelnd streichelte sie Tinchen's blonde Locken.Du hast dich brav gehalten, mein Töchterchen," sprach sie lächelnd,dir gebührt die Belohnung, welche allein so brave Kin­der erhalten können, als du bist. Es ist das Band der Ein­tracht und Liebe, das du errungen, in deine Hände lege ich es; du wirst es um Alle die schlingen, welche mit dir leben und dir angehören und wahres Gück und innerer Friede wird alsdann von dir ausgehen und nie von euch weichen. Du wirst daS Geschenk hüten und wahren, daß es als heiligstes Besitzthum in deiner Familie bleibt bis in ferne späteste Zeiten, denn sein Besitz