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Abendruhe läuteten. O wie reckten sie da die Flügel und Füßchen, wie behaglich streckten sie die Glieder auf das Lager und schlummerten süß die ganze Sommernacht hindurch, denn nach gethaner Arbeit ist gut ruhen! —
Am andern Morgen erwachten sie dann frisch und gestärkt zur neuen Arbeit, während die faulen Drohnen sich noch gähnend auf ihrem Lager dehnten und sich erst erhoben, als ihre fleißigen Gefährten schon längst bei der Arbeit waren.
Diese versorgten zuerst die hülflosen Kleinen in ihren Bett- chen, legten sie trocken und gaben ihnen zu trinken und dann bereiteten sie das Frühstück der Königlichen Familie, wie das der Herren Drohnen. Alsdann zogen sie hinaus in den Wald, Honig zu sammeln.
Sie umschwirrten jede Blüthe und Knospe der Blumen und Bäume, neigten das Köpfchen tief in die Kelche hinein und arbeiteten dabei kräftig mit den zierlichen Füßen, dann erhoben sie sich putzend und streichend und flogen zu der nächsten Blüthe, wo sie dieselbe wunderliche Arbeit wiederholten.
Bald kehrten sie zu dem Bienenstock zurück, schlüpften in den knorrigen Baumstamm und legten hier ihre Last nieder. Sorgsam streiften sie die zarten Höschen aus Blumenstaub von den Hinterfüßen und entledigten sich des gesammelten Saftes, der sich in Honig verwandelt hatte; aus deni Blüthenstaubc kneteten sie dann durch Hülfe ihrer Beine und Kiefern, das köstliche Bienen- brod, die Nahrung der ganzen Gesellschaft. So verging der Tag in ewigem Gehen und Kommen, Sammeln und Verarbeiten und lustig summend voll Zufriedenheit und Freude beendeten die Bienen täglich ihre Arbeit.
Eines Morgens aber war es ganz besonders lebendig in der Wohnung der Bienen, emsig flogen sie aus und ein und schienen alle Hände voll zu thun zu haben.
„Was mag es da wohl geben?" dachte der alte Eichbaum, „solch Treiben und Summen ist ja seit ihrem Einzüge bei mir noch nicht gewesen!" — Nun bald erfuhr er es der freundliche Wirth. —
Die Königin des Bienenstockes, Bienhilve, hatte ein gar lieb-

