Die brave Anne.

Mit Bild.

In der Nähe eines schönen großen WaldeS lag eine frisch- grüne Wiese und mitten auf dieser Wiese stand ein kleines Häus­chen. Dies Häuschen war so alt und gebrechlich, daß man nicht begreifen konnte, warum es nicht einfiel, aber dazu hatte es nun einmal keine Lust und das war gut für die, die darin wohnten. Die Wände wackelten und schwankten in ihren Fugen und drehten sich nach jedem Winde, und das Strohdach war so dünn und durchlöchert, daß der lange Seppel im Dorfe schon oft gedacht hatte, er wolle es mit seinem Kopfe abheben und als Strohhut benutzen.

In diesem Hüttchen wohnte eine Frau mit ihrem kleinen Töchterchen Anne. Sie wohnten schon so lange darin als Anne lebte, und das war jetzt gerade vierzehn Jahre her, und da das Häuschen während dieser Zeit noch immer nicht eingefallen war, so vergaß man ganz auf wie unsicher» Füßen es stand. Frei­lich wenn es regnete, so kam es naß durch die Decke und Anne mußte dann den großen blauen Regenschirm aufspannen und ihn über das Bett ihrer Mutter stellen, denn diese war krank und lag immer zu Bette. Seit Anne denken konnte lag ihre arme Mutter krank darnieder, und dadurch war dieselbe so grillig und eigensinnig geworden, daß Niemand ihr etwas recht machen konnte, am Wenigsten ihre gute Tochter Anne, obwohl diese stets redlich

Helm, Mllrchen. 10