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Grunde und wie schelmisch nickten die Vergißmeinnicht den sprudelnden Wellen zu, welche sie im Vorbeirauschen mit ihren blitzen
den Tropfen besprengten. Eine prächtige Buche neigte ihr luftiges Blätterdach weithin über den Wasserspiegel und ringsum dufteten und blühten Tausende von Blümchen und Gräsern, auf denen Käfer und Schmetterlinge und andere kleine Insekten munter flogen, kletterten und summten.
Dieß trauliche Plätzchen war die Heimath zweier Bewohner dieses schönen Gartens, und ihre hellen Stimmen mischten sich in das Plaudern des Büchleins. Einer davon war ein voller, frischer Rosenstrauch, den der Gärtner erst kürzlich hier einpflanzte und der nun zum ersten Male von unzähligen geschlossenen Knospen bedeckt war. Neben diesem stand ein Lebensbaum von ernstem, dunkelem Aussehen, besten schwarzgrünes stachliches Laub scharf abstach gegen das frische Kleid seines Nachbarn.
„Nun Du langweiliger Geselle!" rief jetzt die Stimme des Rosenstrauches sehr ärgerlich, „bist Du auch endlich einmal erwacht aus Deinen tiefen ernsthaften Betrachtungen? — Wahrlich, es ist durchaus kein Vergnügen, Seite an Seite mit Dir zu stehen, denn Du bist so stumm und langweilig, daß ich längst davon gelaufen wäre, säßen meine Wurzeln nur nicht gar so fest im Boden!— Was denkst Du denn eigentlich so den ganzen Tag, daß Nichts Dich aus Deinem Sinnen und Grübeln erwecken kann? — Ich glaube gar, Du bist ein Gelehrter!" —
Und schaudernd vor diesem Gedanken schlug der Rosenstrauch seine Zweige in einander, daß es rauschte, der Lebensbaum aber wiegte langsam und träumerisch sein Haupt und freundlich zu seiner Nachbarin sich wendend, sprach er liebreich: „Armes Kind! — Du dauerst mich von Herzen, daß Du an meine Seite gebannt bist. Freilich verstehe ich wenig von Deiner frohen, lustigen Jugend mit ihren heitern Scherzen und Freuden und mag ein schlechter Gesellschafter sein für solch schönes, glückliches Geschöpf, als Du bist! — Aber zürne mir deßhalb nicht zu sehr und denke, daß ich nie solch Wonneleben gekostet habe, als Dir von Deinem ersten Lcbenstage an beschieden war. — Ernst und trübe war meine Jugend, unveränderlich stehe ich seit vielen Jahren mit

