42

mit seinem Jagdmesser, und schlug ihm das Haupt ab ge­rade am Halsringe. Und der Löwe hängte sich mit seinen gewaltigen Vordertatzen an den Halsstumpf, und sog das hervorquellende Blut ein, also daß keine neuen Köpfe her­vor wachsen konnten. Da sperrte aber der Drache den zwei­ten Rachen auf nach ihm, und spie Feuer gegen ihn. Aber ehe die Flamme ihn noch erreichte, hieb ihm Brunnenhold ,mch den zweiten Kopf von dem Halse, und so auch den

dritten, und den vierten, und fünften, und sechsten, und den siebenten Kopf. Und seine Thiere sogen das her­vorquellende Blut ein, und wurden so stark davon, daß sie den ungeheuern Drachenleib herunter schleppten vom Drachenstcine, und in tausend Stücke zerrissen.

Aber die schöne Königstochter stand mit abgewandtem Gesichte, denn sie litt große Angst, der heldcnmüthige Jüng­ling möchte unterliegen dem ungeheuern Drachen. Als er ihr aber jetzt zurief, und Herabstieg vom Drachenstcine und vor sie trat, sie hinzuführen, und ihr den erlegten Drachen zu zeigen, an dem seine Thiere noch rissen und zerrten, da liefen ihr die Thränen der Freude über die Wangen, und siel ihrem Retter um den Hals, und dankte ihm mit stum­mer Rührung, und ein himmlisches Lächeln ergoß sich dar­auf über ihr Angesicht, und nannte ihn ihren Bräutigam, darum daß ihr Vater versprochen und geschworen habe, sie