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schönen Herbstabende war sie aber mit ihren Kindlein hin­ausgegangen vor die Burg, und saß da auf der Steinbank unter den Linden, ihren Eheherrn erwartend. Ihre Ki^d- lein aber, beide erst zweijährig, spielten um sie kriechend in dem hohen Grase, und sorglos hatte sie ihrem Spiele die schwarze Zither überlassen, die der Knabe an dem brei­ten Goldbande, wie einen Wagen, umher zog. Da geschah es, als eben das Knäblein die Zither hinter eine fernste­hende Rosenhecke gezogen, daß der Feind des Ritters hinter den Bäumen hervorkam. Und er faßte das spielende Mägd­lein, und schwang sich auf sein schwarzes Roß, und ritt mit ihm fliegend von bannen. Aber die Mutter eilte zu spat nach der Zither, und jammerte vergebens ihm nach.

Und selbigen Abend kniete sie betend im einsamsten Win­kel des Burghofes bei der Kapelle; da war ihr Gemahl sei­nen Knappen lange voraus zurückgekommen, und trat vor sie und sprach:Hast mir meinen Liebling verloren an meine» Feind; mußt drum hier sterben im grünen Grase." Da hieb er ihr mit seinem breiten Schwerte eine tiefe Wunde in den Scheitel bis herein in die Stirne, und sie sank sterbend zu Boden. AIs sie aber todt war, begrub er sie an selbiger Stätte neben der Kapellenwand, und schloß den Winkel, da- ihr Grab war, mit einer sehr ho­hen Mauer vom Burghofe ab, noch ebe seine Knappen