Avifauna von Hessen
Zum Zeitpunkt der beiden Funde herrschte Sturm mit Böen bis Windstärke 9 in der Biskaya. Außerdem gelang damals noch ein weiterer Fund der Sturmschwalbe in Uehlfeld (Krs. Neustadt a. Aisch) in Bayern (Pfeifer 1953a).
3. Pfeifer & Seilkopf (1960) berichten von einem Nachweis aus Idstein/Taunus. Langer fand das Tier am 29.10.1959 gegen 5.30 Uhr morgens völlig entkräftet auf dem Bürgersteig mitten in der Stadt. Der Vogel befindet sich jetzt in der Sammlung der Vogelschutzwarte. Es handelte sich um einen männlichen Vogel mit einem Gewicht von 16,7 g. Der Zeitpunkt des Fundes lag in der ersten Sturmperiode der Herbstes 1953, die vom 18.-30.10. dauerte. Am 27.10. herrschte über dem Kanal orkanartiger Weststurm, gleichzeitig kam es zum Einbruch von arktischer Kaltluft (Pfeifer & Seilkopf 1953).
4. Kalden fand am 23.11.1965 nach schwerem Sturm ein totes Exemplar am Hardtberg bei Frankenau-Allendorf (Krs. Waldeck-Frankenberg). Das Belegstück befindet sich im Naturkundemuseum Kassel (Emde in Enderlein et al. 1993).
Erwähnt werden soll noch ein weiterer Fund, der unmittelbar an der Landesgrenze zu Hessen gemacht wurde. Am 3.12.1961 fanden Kinder im Westteil der Stadt Weinheim (Baden-Württemberg) einen Vogel, den Felsch (1962) als Sturmschwalbe bestimmte.
Die Sturmschwalbe lebt im Nordost-Atlantik. Nach Süden reicht das Verbreitungsgebiet bis zu den Kanaren. Auch im Mittelmeergebiet ist sie zu finden (Hoyo et al. 1992). Besonders zur Zugzeit erscheinen Sturmschwalben auch an unseren Küsten. In jüngster Zeit werden sie auch regelmäßig vor Helgoland beobachtet (Dierschke et al. 1994, 1996). Bei starken Stürmen dringen sie auch ins Binnenland vor (Bauer & Glutz v. Blotzheim, Bd. 1, 1966).
Reinhard Eckstein
Manuskripteingang: Juni 1997
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