Problematisches über Catharinaea undulata .
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durch den Blütenstand unterscheiden . Ich meine , daß man
von Konstanz bei einem Befunde aus der Prüfung einer hand¬
voll Herbarexemplare — und seien es selbst hunderte — nicht
sprechen sollte , denn das Mißverhältnis solcher Anzahl gegen
die Zahl der Individuen ist zu groß , und die betr . Pflanze
kann oder könnte sich je nach edaphischen , klimatischen usw .
Umständen sehr verschieden verhalten . Der Fall der Cath .
undulata beweist nicht nur die mangelhafte Konstanz der
Geschleehterverteilung ( als ein Fall unter zweifellos vielen ) ,
sondern auch , daß wir von der genaueren Bekanntschaft mit
der Geschleehterverteilung selbst bei „ gemeinen “ Moosen noch
weit entfernt sind . Schwankungen in der Verteilung der
Gametangien können übrigens auch gar nichts überraschendes
haben , seit wir wissen oder annehmen dürfen , daß im ganzen
Reiche der Lebewesen jede Keimzelle , ehe sie die männliche
oder weibliche Entwicklungsrichtung einschlägt , „ potentiell
zwitterig “ ( P . Kämmerer ) ist , d . h . je nach Umständen jede
der beiden Möglichkeiten in sich birgt . —
Nach M . Peterfi [ Cath . undul . und ihre Verwandtschaft ,
Magy . bot . Lapok , 1902 , Nr . 2/3 ) ist unser Moos eine Sammel¬
art . Ich gebe seine Bestimmungstabelle in etwas anderer Form
wieder :
1 . Die Haube fällt zuerst ab , der Deckel später . . . 2
Deckel u . Hauben fallen zugleich ab . Der Deckel ist stets
in der abgefallenen Haube zu finden . 6
2 . Reife Kapsel grünlich , entleert hell lederfarbig . C . undul .
v . chlorocarpa .
Reife Kapsel rotbraun , entleert zimmtbraun . . . . 3
3 . Seten einzelständig . 4
Seten zu 2 — 6 gehäuft . Stämmehen kurz . Deckelschnabel
lang . v . ambigua Naw .
4 . Deckel so lang oder fast so lang wie die Kapsel . . 5
Deckel von halber Kapsellänge , v . angustoides Pet .
5 . Stämmehen etwa so lang wie die Seta . ü . undulata .
St . viel kürzer als die Seta . v . minor .