Die Beobachtungen in Westspanien scheinen die Aussage Gliemanns ( 1973 ) zu unterstützen ,
daß in dichtbesiedelten Gebieten weit häufiger Streitigkeiten zwischen den anwesenden $
zu beobachten sind als dort , wo dem einzelnen ( 5 ein verhältnismäßig großer Raum zur Ver¬
fügung steht . In Torrejön sah ich nur zwei Auseinandersetzungen , in El Capön aber sieben .
Doch ist nicht auszuschließen , daß dieses Verhältnis durch den Grad der Übersichtlichkeit des
Geländes beeinflußt wurde und im bäum - ( also deckungs - ) reicheren Torrejön manche Aus¬
einandersetzung verborgen geblieben ist .
Wenn auch nach Gliemann ( 1973 ) die Probeflächengröße für Grauammerbestandsaufnahmen
mindestens 15 km 2 betragen sollte ( für Gebiete mit großflächig sporadischem Vorkommen
sogar 50 km 2 ) , können doch auch Untersuchungen auf kleineren Flächen schon brauchbare
Hinweise auf Entwicklungstrends bringen , wenn folgende Grundsätze beachtet werden :
1 . Die Bestandsaufnahmen der sM sollten regelmäßig wiederholt werden .
2 . Dazu sollten systematisch Klimadaten notiert werden .
3 . Aspekte der landwirtschaftlichen Nutzung sollten festgehalten werden ( Art der angebauten
Nutzpflanzen , Anbaumethoden , Chemikalieneinsatz , vorhandene Wildkräuter ) .
Literatur
Dornbusch , M . ( 1977 ) : Grauammer . — In : Klafs , G . ( Hrsg . ) : Die Vogelwelt Mecklenburgs .
Gliemann , L . ( 1973 ) : Die Grauammer . — Neue Brehm - Bücherei 443 . Wittenberg - Luther¬
stadt .
G n i e I k a , R . ( 1983 ) : Vogelwelt des Kreises Querfurt . — Querfurt .
Hegelbach , J . ( 1980 ) : Grauammer . — In : Schifferli , A . ( Hrsg . ) : Verbreitungsatlas der
Brutvögel der Schweiz . Sempach .
Köhn , K . - H . ( 1983 ) : Grauammer . — In : Rutschke , E . ( Hrsg . ) : Die Vogelwelt Brandenburgs .
Joachim H e 11 m i c h , Hagener Berg 7 , D - 3057 Neustadt 1
Zur feldornithologischen Unterscheidung der Weibchen
von Reiherente ( Aythya fuligula ) und Bergente ( A . marila )
von Alfons P I u c i n s k i
Bei zwei Tauchenten der Gattung Aythya , der Reiherente ( Aythya fuligula ) und der Bergente
( Aythya marila ) , werden in Vogelbüchern und Feldführern unter den Feldkennzeichen der $
die variablen weißen Gefiederzonen an der Schnabelbasis als besonders wichtiges Bestim¬
mungsmerkmal genannt . Oft fehlt aber der Hinweis , daß gerade dieses Kennzeichen oft zu
Verwechslungen beider Arten führen kann . Es ist ein Beispiel dafür , daß Verwechslungen und
Unsicherheiten aus den Unstimmigkeiten in Feldführern resultieren . Die Meinung , Feldführer
hätten sich nur auf den Regelfall zu beschränken , ist falsch . Auch bei knappsten Angaben über
die Kennzeichen sollten exakte Hinweise auf eine mögliche Variabilität nicht fehlen .
Bei einer längeren Beobachtung von $ der genannten Arten im Februar und März 1985 habe
ich auf die Feldkennzeichen besonders geachtet . Dabei konnten von den oft unmittelbar
nebeneinander schwimmenden Enten beider Arten aussagefähige Dokumentationsfotos ge¬
macht werden .
1 .
Das wichtige Kennzeichen der Weißfärbung an der Schnabelbasis wird bei der Reiherente in
der Bestimmungsliteratur unterschiedlich beschrieben , und zwar als Fleck , Rand , Saum oder
Ring . Bei der Bergente wird dieses Merkmal meist als Ring bezeichnet , jedoch auch als
Blesse . Allgemein wird darauf hingewiesen , daß die weiße Zone bei der Bergente „ immer