LITERATURSCHAU
Horst Bielefeld : Prachtfinken . Ihre Haltung und Pflege . 3 . neu bearbeitete und erweiterte Auf¬
lage . 75 Farbfotos , 9 Schwarz - Weiß - Fotos . Verlag Eugen Ulmer Stuttgart 1982 .
Es gibt etwa 123 Prachtfinkenarten mit 36 Gattungen . Sie sind mit ihrem farbenprächtigen
Gefieder und anmutigen Wesen beliebte Käfigvögel . Der Autor informiert aufgrund eigener
Erfahrung über die Haltung und Pflege , über Ernährung und Zucht , und beschreibt im zweiten
Teil des Buches die einzelnen Gattungen und Arten .
Vogelkundliche Hefte Edertal . Register - Band Nr . 1 ( 1975 ) und Nr . 10 ( 1984 ) .
Über die ersten 10 Jahrgänge dieser regionalen Zeitschrift für den Kreis Waldeck - Franken¬
berg und für den Raum Fritzlar - Homberg ( Nordhessen ) wird von Karl Sterner ein Register¬
band vorgelegt , der von einer interessanten und begrüßenswerten Arbeit eines regionalen
Arbeitskreises Zeugnis abgelegt .
Gisela Eber und Hans Niemeyer : Dokumentation der Schwimmvogelzählung in der Bundes¬
republik Deutschland von 1966/67 bis 1975/76 .
1954 hatte Requate Ergebnisse über die Entenvogelzählungen in Deutschland von 1948 bis
1953 in der Reihe „ Biologische Abhandlungen “ , Heft 10 veröffentlicht . Das Jahrzehnt von 1951
bis 1961 wurde in einer weiteren Arbeit von Niemeyer 1956 dokumentiert . Die nunmehr vor¬
gelegte 3 . Dokumentation umfaßt den 10 - Jahreszeitraum von 1966 bis 1976 .
Für die ersten Bearbeitungen wird das Datenmaterial als außerordentlich lückenhaft und die
zeitliche Vollständigkeit als mangelhaft bezeichnet , während die neue Dokumentation als sehr
viel wertvoller bezeichnet wird . Es haben sich mehr als 800 Zähler beteiligt und wurden etwa
480 . 000 Schwimmvogelwerte im Computerverfahren auf Magnetband - Dateien gespeichert .
Regional bestehen aber weiterhin erhebliche Unterschiede . Während z . B . der Bodensee gut
und lückenlos organisiert wurde mit vollständigen Zahlenreihen aus allen 10 Jahren , ent¬
täuschen die Zahlen von der Schleswig - Holsteinischen Nordseeküste ( Westküste ) . Für die
Bundesrepublik insgesamt werden 858 Zählstellen angegeben , davon 141 an der Ostseeküste
und im Binnenland von Schleswig - Holstein gegenüber nur 16 an der Westküste und Elbmün¬
dung , von denen wiederum in den einzelnen Jahren nur wenige und 1974/75 nur eine erfaßt
wurde . So lauten die Bestandszahlen an der Westküste von Schleswig - Holstein und Elbmün¬
dung in mehreren Jahren 0 , obwohl tatsächlich allein auf Sylt über Monate mehrere tausend
Eiderenten vorhanden sind . Ähnlich ist es mit anderen Meeresvögeln , wie Mittelsäger , Eis¬
ente , Trauerente , Sterntaucher u . a . , für die die Tabellen nur wenige oder gar 0 Vögel ( z . B .
für den Sterntaucher im Monat Januar für alle 10 Jahre 0 ) nennen , obwohl von diesen Arten
im Winter allein auf Sylt regelmäßige und hohe Zahlen vorliegen .
Wer die großen Mengen von zigtausenden Pfeifenten im Herbst auf Sylt kennt , liest verwun¬
dert für die Westküste in den ersten beiden Jahren über 15 . 000 Pfeifenten , in den letzten
3 Jahren dagegen jeweils 0 , obwohl allein auf Sylt regelmäßige und hohe Zahlen vorliegen .
Die Erklärung wird auf Seite 91 gegeben : Da an der Nordseeküste von Schleswig - Holstein um¬
fangreiches Zahlenmaterial nach anderen Methoden zusammengetragen und veröffentlicht
wurde , wurde dieses aus methodischen Gründen in die Dokumentation nicht einbezogen .
Schade , da dadurch für einzelne Meeresvogelarten das Bild ungenau wird .
Für die gesamte Bundesrepublik Deutschland werden folgende maximale Jahresbestands¬
größen im Vergleich zur Größe der westpaläarktischen Winterpopulationen in der Region A
= Nordwesteuropa genannt ( Seite 90 ) .
Auch die Aufgliederung der Zählgebiete an der Nordseeküste von Schleswig - Holstein ist un¬
befriedigend . Während die Insel Nordstrand und die Hamburger Hallig mit je einer Zählstelle
aufgeführt werden , werden die „ Inseln und Halligen Sylt bis Brunsbüttel “ zu einer Zählstelle
zusammengefaßt .
Die von Requate 1954 in Heft 10 der „ Biologischen Abhandlungen “ abgedruckten kritischen
Ausführungen über Fehlerquellen und die Zuverlässigkeit der Beobachtermeldungen , ver¬
dienen auch heute unbedingte Beachtung . Eine intensive Anleitung und Schulung des großen
Mitarbeiterstabes erscheint als dringendes Gebot , dem für die Fortführung der gemeinschaft¬
lichen Zählungen mehr als bisher Beachtung geschenkt werden sollte . H . Br .
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