f) Die Lebensräume des Kreises Lüchow-Dannenberg sind Forschungsgebiete für Universi­täten, Hochschulen und Privatforscher der Tier- und Pflanzenkunde sowie regelmäßige Exkursionsziele naturwissenschaftlicher Gesellschaften.

g) Der Naturpark Elbufer-Drawehn mit einer Ausdehnung von 709 qkm liegt überwiegend im Kreis Lüchow-Dannenberg. Von den etwa 300 000 jährlichen Übernachtungen entfallen mehr als die Hälfte auf die Räume Höhbeck-Gorleben-Gartow, Bergen und Dannenberg- Hitzacker.

4. Folgerungen

a) Die Lebensräume des Kreises Lüchow-Dannenberg mit dieser arten- und individuen­reichen Tier- und Pflanzenwelt müssen einmal um ihrer selbst willen als einige der letzten Denkmäler ursprünglicher Natur erhalten werden.

b) Der Schutz dieser Natur, dieser Tiere und Pflanzen dient letztlich und in erster Linie auch dem Menschen, vor allem den Gästen aus den Ballungszentren Deutschlands, die hier fern von Menschenmassen, Industrie und Asphalt Wald, Heide, See und Strom er­leben, die Tiere beobachten und Pflanzen betrachten, sich in naturnaher Umgebung

erholen - Wilhelm Meier-Peithmann, Am Taterberg, D 3134 Bergen/Dumme

Erfolgreiche Ansiedlung von vier zoogeborenen Uhus (Bubo bubo) im Harz

Vier zoogeborene Uhus (Bubo bubo) wurden aus Frankfurt am Main nach Norddeutschland verschickt. Sie sollen nicht in einem anderen Tierpark oder Gehege leben, sondern den Bestand freilebender Uhus vermehren. Genau so war es in den beiden Jahren vorher mit fünf weiteren Artgenossen aus dem Frankfurter Zoo gemacht worden. Empfänger der Jung­vögel war jeweils die Vogelschutzstation Braunschweig, die auch die Ausbürgerung der Großeulen vornimmt.

Uhus waren einstmals im Harz wie in anderen waldreichen Gebieten Deutschlands durchaus häufig. Durch die stete Bejagung ebenso wie die Verödung unserer Wälder wurde gerade diese größte Eule allerorts selten. Im Harz starb der letzte freifliegende Uhu im Jahre 1965. Auch er hatte schon viele Jahre keinen Partner mehr gehabt.

Etwa vor 15 Jahren begannen deshalb die Versuche, die Großeulen dort wieder anzusiedeln. Dabei wurden junge, meist zoogeborene Vögel zunächst in Gehegen an den Fang lebender Beute gewöhnt, da sie sonst in Freiheit verhungern würden. Erst wenn sie mit Erfolg jagen können, werden sie freigelassen. In den ersten Wochen versorgt man sie noch mit Nahrung, doch werden sie früher oder später von der Zufütterung unabhängig und verwildern. Auf diese Art wurden im Harz und in anderen Gebieten der Bundekrepublik Deutschland schon zahlreiche Uhus wieder angesiedelt. In den letzten Jahren ist im Harz bereits der Nachweis geglückt, daß ausgesetzte Paare selbst zur Brut und Jungenaufzucht geschritten sind.

Der Zoo Frankfurt ebenso wie die Zoologische Gesellschaft von 1858 haben schon seit vielen Jahren derartige Bemühungen zur Wiederbereicherung unserer verarmten Tierwelt mit Geld­mitteln und durch lebende Tiere aus der erfolgreichen Zoozucht unterstützt. So gingen mehr­mals Störche zur Wiederansiedlung in geeignete Lebensräume, und neben den Uhus wurden auch andere Eulenarten ausgebürgert.

Der Zoo Frankfurt hat sich, in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland in Frankfurt bemüht, dem ebenfalls immer ge­ringer werdenden Bestand an Schleiereulen in Hessen zu helfen. Er vermittelte und stellte auch direkt Tiere zur Wiederausbürgerung zur Verfügung. Im letzten Frühjahr mußten die Eier aus einer Schleiereulen-Brut in einer Scheune in der Nähe von Frankfurt, die durch Umbau gestört wurde, weggenommen werden. Die Vogelschutzwarte übergab die Eier der Brutstation im Zoo. Durch die Störung bedingt sind leider einige Eier abgestorben und nur ein Jungvogel schlüpfte in der Brutmaschine. Dieser ist 24 Stunden nach dem Schlupf durch einen Beauftragten der Vogelschutzwarte einem freilebenden Schleiereulenpaar mit gleich­altrigen Jungen untergeschoben worden zur Aufzucht. Es ist zu hoffen, daß diese zooge­borenen Vögel mit ihren Nachkommen für ein Fortbestehen ihrer Art sorgen.

Zoolog. Garten, Frankfurt/Main

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