Dccheniana ( Bonn ) 155 , 105 - 112 ( 2002 )
Verbreitung der Larven der Quelljungfern ( Cordulegaster )
( Odonata , Cordulegastridae ) im Raum Bergisch Gladbach
Distribution of Larvae of Biddie Dragonflies ( Cordulegaster )
( Odonata , Cordulegastridae ) in the Area of Bergisch Gladbach
Michael Stevens & Horst - Werner Riedel
( Manuskripteingang : 7 . Januar 2002 )
Kurzfassung : Die dicht besiedelte Stadt Bergisch Gladbach bildet die Übergangszone vom Ballungsraum Rhein -
Ruhr zum Bergisehen Land . Die Gesamtlänge der 31 Fließgewässer beträgt rund 200 km , wovon rund 30 %
verrohrt oder kanalisiert sind . Im Rahmen der jährlichen Untersuchung städtischer Fließgewässer werden seit
1989 im Herbst / Winter an 75 Probestellen chemische Analysen und die Bestimmung des Saprobienindex nach
DIN 38 410 durchgeführt . Der Bestand der Zweigestreiften Quelljungfer ( Cordulegaster boltonii ) ist auf ei¬
nem niedrigen Niveau stabil . Die Bestandsentwicklung der Gestreiften Quelljungfer ( Cordulegaster bidenta¬
ta ) kann nicht abschließend beurteilt werden . Die Probestellen liegen nicht im Bereich den bevorzugten Lar¬
valhabitaten und die angewandte Methode ist nicht selektiv für Corduiegaster - Larven .
Schlagworte : Cordulegaster boltonii , Cordulegaster bidentata , Larvalhabitat , Langzeitstudie
Abstract : The densely populated area of the city of Bergisch Gladbach forms a transition zone Stretching frorn
the urban Rhein - Ruhr - area to the forested hinterland called Bergisches Land , ln total , its brooks extend some
200 km , of which 30 % are channelled or ducted . Since 1989 , annual Chemical and biological examinations
are conducted at 75 sites during autumn / winter , following the saprobial index given in DIN 38 410 to clas -
sify the communal streams . The population of Cordulegaster boltonii remains on the same low level . The
development of density within populations of Cordulegaster bidentata is not clear . The sites satnpled are not
located in the preferred larval habitats and the technique applied is not selective for larvae of Cordulegaster .
Keywords : Cordulegaster boltonii , Cordulegaster bidentata , larval habitat , monitoring
1 . Einleitung
In Deutschland sind zwei Quelljungfer - Arten
heimisch : die Zweigestreifte Quclljungfer Cor¬
dulegaster boltonii ( Donovan , 1807 ) und die
Gestreifte Quelljungfer Cordulegaster bidenta¬
ta Selys , 1843 . In Nordrhein - Westfalen leben
beide Arten bevorzugt im Bergland . Sic sind auf
der Roten Liste aufgeführt : C . boltonii ist “ ge¬
fährdet ” und C . bidentata ist “ stark gefährdet ”
( Schmidt & Woike 1999 ) . Ziel dieser Arbeit ist
es , die Verbreitung und den Bestandstrend bei¬
der Quelljungfer - Arten aufgrund von Larven¬
funden in Bergisch Gladbach über einen Zeit¬
raum von 13 Jahren zu dokumentieren . Darü¬
ber hinaus werden Daten zur Wasserchemie und
zur Struktur der Larvalhabitate gegeben .
2 . Material und Methoden
Seit 1989 werden im Herbst / Winter chemische
Analysen und die Bestimmung des Saprobien¬
index an 75 Probcstellen durchgeführt . Es wur¬
de die Zeitaufsammlungsmcthodc angewandt ,
bei der die Sammlungszeit 45 min pro Probe¬
stelle betrug . Bel der halbquantitativen Erfas¬
sung des Makrozoobenthons wurden alle Sub¬
strattypen der jeweiligen Probestelle ihrer Häu¬
figkeit nach berücksichtigt . Die Auswertung , Be¬
rechnung des Saprobienindex und des Streu¬
ungsmaßes sowie die Einstufung in eine Ge¬
wässergüteklasse erfolgte nach DIN 38 410 , Die
Feldparameter ( Wassertemperatur , Leitfähig¬
keit , pH - Wert , Sauerstoffgehalt und - Sättigung )
wurden mit Geräten der Firma WTW ermittelt .
Weitere hydrochemische Parameter wurden mit
Hilfe eines Filterphotometers der Firma Ma -
cherey und Nagel bestimmt .
Zur Erstellung der vorliegenden Übersicht
über die Verbreitung der Larven wurden neben
den Daten aus den jährlichen Untersuchungen
städtischer Fließgewässer auch Gutachten , Di¬
plomarbeiten und Veröffentlichungen ausge¬
wertet . Im Jahre 1987 kartierte das Bremer Um¬
welt Institut im Auftrag der Stadt Bergisch Glad¬
bach das gesamte Fließgewässenietz . Im Rah¬
men dieser Untersuchung wurden die Gewässer
zum Teil mehrfach begangen und die Libellen -