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Thomas Stumpf
Privatwald-Besitzes ist gering, der Totholzanteil entsprechend hoch.
Im unteren Teil des Tales findet man an einigen Stellen die Relikte einer Buchen-Kopfholz- Wirtschaft. Hierbei wurden die Rotbuchen zur Brennholzgewinnung in zwei bis drei Metern Höhe abgeschnitten und trieben dann wieder aus. Es bildeten sich - ähnlich den Kopfweiden - voluminöse, teils hohle Stämme, die mit ihren durchgewachsenen Austrieben noch immer zu sehen sind. Auch gibt es einige Parzellen mit durchgewachsenem Niederwald. Insbesondere die Kopfholznutzung hat möglicherweise in manchen Bereichen eine ununterbrochene Altwald-Tradition erhalten, die für das Überleben mancher Tierarten von Bedeutung war (vgl. Stumpf & v. d, Kooij 1999).
Wegen der fruchtbaren Lössböden hat sich auf den Höhen rund um das Tal noch Ackerbau in großem Umfang erhalten, wenn auch deutlich rückläufig. Angebaut werden Winterweizen, Wintergerste, Kartoffeln, neuerdings Raps und kleinflächig Sonnenblumen. Zunehmend wird Mais angebaut. Ein biologisch wirtschaftender Betrieb erzeugt auf etwa fünf Hektar Fläche eine große Vielfalt an Gemüse und Salat für die Direktvermarktung. Die Grünlandflächen werden heute überwiegend als Silagewiesen genutzt, doch es gibt auch noch großflächige Dauerweiden und kleinflächig artenreiche Glatthaferwiesen. Einzelne steile Hangweiden haben bis heute keine landwirtschaftliche Intensivierung erfahren und sind so Hotspots der Artenvielfalt. Die bis in die siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts gemähten bzw. beweideten feuchten Wiesen in der episodisch überschwemmten Talaue werden heute bis auf winzige Reste nicht mehr genutzt und tragen Brennessel- und Mä- desüß-Hochstaudenfluren, in denen noch hier und da Schlüsselblumen (Primula elatior ) und andere seltenere Pflanzenarten Vorkommen. Am Mittellauf des Kupfersiefer Baches liegt oberhalb der Kupfersiefer Mühle ein alter Stauweiher, der inzwischen allerdings fast vollständig verlandet ist.
3. Aufgefundene Säugetierarten
Igel - Erinaceus europaem Linnaeus, 1758
Vom Igel liegen 41 Beobachtungsdaten vor, vielfach wurde die Art jedoch nicht notiert. Von den 41 Beobachtungen fallen zwei in den Mai, jeweils sechs in Juni und Juli, acht in den August, zwölf in den September, sechs in den Oktober und eine in den November.
Der Igel kommt insbesondere in den Hof- und Gartenbereichen vor, ist jedoch auch im Grün
land und im Wald zu beobachten. Auf unserem Betriebsgelände traf ich ihn mehrfach am Katzenfutter an. Überwinterungsplätze konnte ich im Kupfersiefental nicht ausfindig machen. Ich möchte aber eine entsprechende Beobachtung aus der Wahner Heide an geben: hier fand ich einen Igel im Zentrum einer gut fußballgroßen, dicht gelagerten Laubkugel in magerem Grünland.
In mindestens einem Jahr (2000) wurde in unserem winzigen, von einer niedrigen Mauer umgebenen Vorgarten Nachwuchs großgezogen. Die Nisthöhle war ungefähr zweimal so groß wie ein erwachsener Igel und befand sich am Ende einer etwa 50 cm langen Höhle unter einem kleinen Komposthaufen. Die Wand einer angrenzenden Garage bildete gleichzeitig die Nisthöhlenwand. Es wurden vier Jungigel großgezogen. Am 9. September 2000 vernahmen wir durch das Küchenfenster durchdringend laute, hohe Pfiffe, die mich veranlassten, nach dem Urheber zu suchen. Es war die Igelmutter, die - mittags - versuchte, ihre Jungen durch das enge Gartentörchen nach draußen zu lotsen. Während sie bereits draußen war, kauerten die vier Jungigel noch an der Innenseite der Mauer.
Am 15.IX.1999 vernahm ich ebenfalls in unserem Hof diese durchdringenden Schreie, deren Urheber ebenfalls ein Igel war. Wahrscheinlich führte auch dieser gerade seine Jungen aus.
Maulwurf- Talpa europaea Linnaeus, 1758
Der Maulwurf ist im Untersuchungsgebiet häufig, jedoch werden die einzelnen Biotoptypen in unterschiedlicher Dichte besiedelt. Sehr hohe Dichten werden in den von mir bewirtschafteten Heuwiesen erreicht, die ohne Chemikalien bewirtschaftet und kaum mit Mist gedüngt werden, Auf benachbartem Silage-Grünland findet man nur wenige Maulwurfshaufen. Gut besiedelt sind auch Dauer-Rinderweiden. Auch in sehr feuchtem Grünland legt der Maulwurf seine Gangsysteme an, selbst in der episodisch überfluteten Bachauc. Hier findet man - gelegentlich unmittelbar am Bachufer - hohe Winterburgen, sogenannte Sumpfburgen. Sie werden teilweise viele Jahre lang genutzt und sind - ausser für den Maulwurf - Lebensraum für eine spezialisierte Tierwelt. Äcker werden wahrscheinlich nur in den Randbereichen bewohnt. Regelmäßig findet man Maulwurfshaufen auch im Wald und in Gärten. In den untersuchten Schleiereulengewöllen wurde der Maulwurf nicht gefunden.
Eine Sumpfburg des Maulwurfes, in Grünland am Bachufer unter der Krone einer alten Erle ge-

