werke nicht besiedelt werden . Nach DolguSin et al . ( 1970 ) brütet die Felsenschwalbe in Kasach¬
stan nur sehr seiten an Gebäuden . Konkrete Angaben verdanken wir KovSar ( 1966 ) , der am 25 . V .
1961 im kasachischen Reservat Aksu - Dzabagly im Talasski Alatau Felsenschwalben beobachtete ,
die auf der Suche nach einem geeigneten Brutplatz unter das Dach der Station Ksi - Kaindy flogen .
Hier wurde dann am 15 . VIII . 1961 ein Nest mit 3 pull , gefunden .
Angesichts der wenigen Meldungen von Gebäudebruten der Felsenschwalbe in der UdSSR
gewinnt auch eine eigene Beobachtung aus der Elbrus - Region im zentralen Kaukasus an Bedeu¬
tung . So wurden während eines Aufenthaltes vom 11 . - 22 . VII . 1978 im oberen Baksan - Tal ( Karba -
dino - Balkarische ASSR ) täglich zwei Felsenschwalben ( Paar ? ) festgestellt , die unentwegt das
Berghotel „ Itkol ” auf 2000 m NN beflogen , so daß Brutverdacht bestand . Den sicheren Nachweis
einer Gebäudebrut für dieses Gebiet erbrachte jetzt Stremke ( 1990 ) , der am 30 . VII . 1988 1 Nest an
einem glatten Betonträger unter dem Dachüberstand der Eingangshalle des Berghotels „ Ceget ”
fand . Die 3 - 4 juv . waren am 31 . VII . flügge und wurden bis zum 10 . VIII . am Nest gefüttert . Eine
Übernachtung der Jungvögel im Nest wurde bis zum 14 . VIII . festgestellt . Interessanterweise wur¬
den 1978 die nächstgelegenen Felskolonien erst im unteren Teil des Baksan - Tales zwischen 800
und 1500 m NN bemerkt . Offenbar bestand 1988 eine ähnliche Situation , da Stremke ( l . c . ) keine
weiteren Felsenschwalben - Beobachtungen aus dem oberen Abschnitt des Tales meldet .
Eine unterschiedliche Höhenverbreitung beider „ Ökotypen ” der Felsenschwalbe würde auch
meine Beobachtungen aus den bulgarischen Gebirgen bestätigen , wonach Gebäudebrüter , ver¬
mutlich infolge der mikroklimatischen Vorteile ihrer Brutplätze , vertikal höher aufsteigen als ihre
Artgenossen im Fels ( siehe Uhlig i . Druck ) .
Herrn Dr . Klaus Liedel danke ich für Literaturhinweise .
Literatur
Dementev , G . P . , & Gladkov , N . A . ( 1954 ) : Pticy Sovetskogo Sojuza . Tom VI . - Moskva .
DolguSin , I . A . , Korelov , M . N . , Kuz ’ mina , M . A . u . a . ( 1970 ) : Pticy Kazachstana . Tom III . - Alma - Ata .
KovSar , A . F . ( 1966 ) : Pticy Talasskogo Alatau . Trudy zapovednikov Kazachstana . Tom I . - Alma -
Ata .
Stremke , D . ( 1990 ) : Beobachtungen im zentralen Kaukasus . - Beitr . Vogelkd . 36 , 10 - 16 .
Uhlig , R . ( i . Druck ) : Gebäudebruten der Felsenschwalbe , Ptyonoprogne rupestris ( Scopoli 1769 ) , in
Bulgarien . - Eine Übersicht . - Beitr . Vogelkd .
Rolf Uhlig , Hufelandstr . 10 , DDR - 1055 Berlin
KLEINE MITTEILUNGEN
Mischbrut von Weißstorch und Schwarzstorch im Zoo von Tallinn
von Jevgeni Schergalin , Tallinn
Im Jahre 1985 bildete sich im Zoo ein Paar aus Schwarzstorch und Weißstorch ( Ciconia nigra und
C . ciconia ) . Dieses Paar brütet seit 1985 jedes Jahr , doch erfolgreiche Bruten gab es nur von 1986
bis 1988 . Bis heute ist leider das Geschlecht der beiden Altvögel nicht eindeutig geklärt . Die Nester
wurden von beiden Eltern auf dem Boden der verhältnismäßig großen Voliere von 40 m 2 gebaut .
Die Eltern wechselten sich beim Brüten ab . Eine Kopulation wurde bisher nicht beobachtet .
In der Voliere lebten auch andere Vögel ; das Mischpaar war nicht von ihnen isoliert . Es sind Löffler ,
Reiher und andere Wasservögel . Jedes Jahr legte das Mischpaar ein typisches Gelege von 2 - 4
Eiern , aber nicht mehr als jeweils 2 Nestlinge schlüpften . Die Eltern zogen nur jedes Jahr 1 Junges
auf . Im ersten Jahr verschwanden die Nestlinge gleich nach dem Schlüpfen , vielleicht wurden sie
damals - 1985 - von Ratten gefressen . Daher wurden seitdem die Eier künstlich erbrütet .
Dies ist der erste Fall eines Hybridpaares Schwarzstorch - Weißstorch aus einem Zoo der Sowjet -
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