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Berl. omithol. Ber. 25, 2015

Abb. 1: Haussperlingsnest zwischen Pelargonien (li.) und entnommenes Nest mit Gelege (re.) - House Spar­row nest among geraniums (l.) and nest with eggs after removal (r). Alle Fotos: W. Otto

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was das brutwillige Paar zum Bau des Freines­tes veranlasst haben könnte. Die Blumen wur­den in diesem Zeitraum ab und zu mit Wasser versorgt. Wahrscheinlich hat der ab dem 4. Ei sicher schon brütende Haussperling das Nest beim Gießen der Pflanzen verlassen.

Über Frei- und Balkonbruten des Haussper­lings in Berlin berichtete bereits Degen (1972). In einem Rostocker Neubaugebiet wurden Frei­nester überwiegend in Bäumen angelegt (Plath 1981). Glutz von Blotzheim & Bauer (1997) lagen mehr als 170 Mitteilungen über frei ste­hende Nester aus neuerer Zeit aus dem nord-, west- und mitteleuropäischen Raum vor. Zu­letzt berichteten Salinger & Strehlow (2007) über ein frei stehendes Nest auf einem Balken unter einem Vordach im Zoo Berlin.

3. Rückblick auf andere Bruten

3.1 Mehlschwalbe Delichon urbicum

Der früheste für jedes Jahr notierte Erstankunfts- termin von Mehlschwalben an den Nestern war der 12.4.2007. Weitere besonders frühe unbe­merkte Ankünfte können nicht ausgeschlossen werden. Zumeist kamen 1-3 Ind. an, die dann mitunter in einem Nest (auch am Tage) schlie­fen und wieder tagelang verschwanden. Die Brutaktivitäten begannen in den Kunstnestem normalerweise in der ersten Maihälfte.

Ein einziges Mal wurde ein Natumest an einem ungewöhnlichen Platz (Abb. 2) gebaut. 2007 entstand auf dem Brettchen, an dem die Kunstnester befestigt sind, ein nur aus einem Ring bestehendes Nest mit seitlichem Ausgang.

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Abb. 2: Eine adulte Mehlschwalbe im Kontakt mit Nachbarin (li.) und drei fast Flügge vor dem Nest (re.). - An adult House Martin in contact with neighbour (l.) and three almost fledged young in front of the nest (r).