PICA, Berlin 11 (1986) S. 17

Die zwei hier mitgeteilten bis in den März reichenden Eisentenbeobachtungen und zwei neuere westberliner Nachweise vom Tegeler See (1 <5 am 23.3.1983 sowie 1 (5 und 1 $-farbener Vogel am 15.4.1983) (OAG Berlin (West) 1984) sind bemerkenswert, denn die meisten Beobachtungen in Brandenburg fallen in den Zeitraum des Vor- bis Hochwinters (RUTSCHKE 1983).

Die Anzahl der Nachweise auf dem Gewässersystem in Berlin und Westberlin (bis 1983) erhöht sich auf nunmehr mindestens 25 mit 48 Exemplaren in folgen­der zeitlicher Verteilung (bei längerem Aufenthalt Erstbeobachtungsmonat ge­wertet) :

Oktober November Dezember Januar Februar März April

1 8 6 6 1 1 2

Von den 48 Eisenten waren 16 erkennbare S <S> von denen mind. 2 als adult angesprochen wurden. Dies entspricht dem bekannten Befund, daß ad. S i m tieferen mitteleuropäischen Binnenland sehr selten sind (BAUER und GLUTZ v. BLOTZHEIM 1969).

Literatur:

BAUER, K u. U. GLUTZ v. BLOTZHEIM (1969): Handbuch der Vögel Mittel­europas, Bd. 3, Frankfurt/Main GRUMMT, F. (1963): Eisenten in Berlin. Beitr. Vogelkd. 8, 467 OAG Berlin (West) (1984): Beobachtungsbericht für das 1. Halbjahr 1983. Orn. Ber. f. Berlin (West) 9 , 29-93 RUTSCHKE, E. (Hrsg.) (1983): Die Vogelwelt Brandenburgs. Jena SCHONERT, B., u. W. SCHULZ (1981): Eisentenbeobachtung an der Spree in Berlin-Köpenick, Pica 5, 48-49.

BERNHARD SCHONERT Hans-Loch-Straße 263 1136 Berlin

Sumpf-, Teichrohrsänger, Feldschwirl und Beutelmeise in der Berliner Innenstadt

Von THOMAS TENNHARDT, Berlin Einleitung

Das innerstädtische Kerngebiet von Berlin umfaßt die drei Stadtbezirke Mitte, Friedrichshain und Prenzlauer Berg mit einer Fläche von 31,3 km 2 (7% der Gesamtfläche Berlins). Diese Berliner Innenstadtbezirke zeichnen sich durch einen hohen Bebauungsgrad aus. Außer den Friedhöfen stellen nur der Volks­park Friedrichshain, der Volkspark Prenzlauer Berg und der Monbijoupark größere Vegetationsflächen dar. Doch auch in den am dichtesten besiedelten Gebieten gibt es Baumalleen, Gebüsche, Rasenflächen, eine Hinterhof- und Randbegrünung.

Während der Zugzeiten werden in diesen innerstädtischen Bereichen immer wieder Vogelarten nachgewiesen, deren Bruthabitate außerhalb menschlicher Siedlungen zu finden sind (z. B. LIPPERT 1985).

In der vorliegenden Übersicht wird auf vier Passeres-Arten eingegangen, die normalerweise in den Außenbezirken Berlins auftreten. Zur Auswertung des Vor­kommens dieser Arten in den Innenstadtbezirken stand im wesentlichen die Kartei des Arbeitskreises und der Fachgruppe zur Verfügung, die seit 1968 geführt wird. Somit beziehen sich die Angaben auf einen Beobachtungszeitraum von 18 Jahren.

Rohrsänger

In den Berliner Innenstadtbezirken traten bisher nur Sumpfrohrsänger (Acroce- phalus palustris) und Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) auf.