18 TENNHARDT, T., Sumpf-, Teichrohrsänger, Feldschwirl, Beutelmeise in Berlin

Vom Sumpfrohrsänger wurden im o. g. Zeitraum 18 Nachweise registriert. Nach­folgend werden alle Jahre mit Beobachtungen dieser Art aufgeführt.

Jahr 1969 1973 1974 1975 1976 1978 1979 1980 1982 1984

Anzahl 1 1 3 2 2 3 2 2 1 1

Die 14 Nachweise bis Mitte Juni verteilen sich auf die Pentoden wie folgt. Pentode 22.-25.5. 2631.5. 15.6. 6.10.6. 1115.6.

Anzahl 1 1 4 3 5

Ein weiterer Juninachweis bezieht sich auf eine Brut (s. u.). Weiterhin liegen noch zwei Beobachtungen aus dem Monat Juli und eine vom September vor. Bei den Beobachtungen handelt es sich fast ausnahmslos um einmal verhörte singende 6 <3 (sM), bei denen keine Nachkontrollen erfolgten. Lediglich für 1978 liegt die Angabe vor, daß 2 sM von der 3. Mai- bis 2. Junidekade in dem unter dem Straßenniveau liegenden S-Bahnbereich im Altbauviertel zwischen Malmöer Straße und Schönhauser Allee verweilten (R. LEHMANN).

Extreme Aufenthaltsorte der Sumpfrohrsänger seien kurz genannt.

11.6. 1974:

3.6. 1975: 7. 6. 1975:

1 sM im Stadtbezirk Mitte an der Poststraße Ecke Rathausstraße auf einem 20 m X 30 m großen Gelände an der Seitenwand eines alten Gebäudes (G. JAESCHKE). Bei einer am 11.7. mit einer Klangattrappe durchgeführten Nachkontrolle (W. OTTO) erschien 1 Expl. ohne Stimmäußerung im Gebüsch nahe beim Beobachter. Auf diesem Gelände befinden sich heute die Appartmenthäuser des Marx-Engels-Forums.

1 sM im Gebüsch der Grünanlage an der Frankfurter Allee neben dem Cafe Warschau (P. TWACHTMANN).

1 sM in inselartiger Grünanlage am Fernsehturm (J. FIEBIG).

5.6.1976: 1 sM am Taxi- und Imbißstand N S-Bhf. Friedrichstraße in Zier­

sträuchern auf einer Rasenfläche (R. LINDEMANN). Das sM ließ sich weder durch den starken Kraftverkehr noch durch die Straßen­passanten stören.

Trotz der Besetzung der Brutreviere Ende Mai/Anfang Juni treten einige Durch­zügler bis Mitte Juni im bebauten Stadtgebiet auf. Besondere Bedeutung als Aufenthaltsort kommt dabei den Bahndämmen zu, die außerhalb der bebauten Innenstadt zu den Bruthabitaten gehören (OAG Berlin (West) 1984). Die Hälfte der hier mitgeteilten Beobachtungen vom Sumpfrohrsänger gelangen in den Böschungen des S-Bahnbereiches (G. DEGEN, R. LEHMANN, W. OTTO, B. SCHONERT, W. SCHULZ, H. TEETZ). Dazu gerechnet werden kann noch die Feststellung zweier sM in einem ehemaligen Kleingartengelände an der S-Bahn NW der Seelenbinder-Halle, das stark verwildert war (G. DEGEN). Jeweils 1 sM hielt sich auf den mit Weiden, Erlen und Brennesseln bewachsenen Spree­inseln Kratzbruch und Liebesinsel (R. UHLIG) auf, die zum Stadtbezirk Fried­richshain gehören. Die Vegetation auf den beiden Inseln entspricht bereits derjenigen der Bruthabitate, richtet sich doch die Auswahl der Nistplätze im Berliner Raum in starkem Maße nach dem Angebot von Brennesseldickichten (OAG Berlin (West) 1984, ROGGE in: RUTSCHKE 1983).

Ein Brutnachweis des Sumpfrohrsängers gelang A. SCHULZ im Juni 1982 im Volkspark Prenzlauer Berg auf einer verkrauteten Wiese mit hohem Brennessel­anteil. Ein Paar dieser Art trug Futter und Kotballen. An gleicher Stelle hatte er bereits am 13.7.1980 ein Expl. verhört. Der großflächige Volkspark liegt am Rande des Stadtbezirks Prenzlauer Berg, und der Brutnachweis kann damit nicht mehr direkt auf die dicht bebaute Innenstadt bezogen werden.

Im Brutvogelatlas Berlin (West) (OAG Berlin (West) 1984) finden sich vergleichs­weise in der Zone geschlossener Bauweise zwei C- bzw. D-Nachweise des Sumpfrohrsängers. Genauere Angaben zu den Örtlichkeiten, an denen die Art nachgewiesen wurde, sind nicht aufgeführt.