I Boye, P.: Die Fertigstellung der Kulisse der Europäischen Vogelschutzgebiete in Deutschland

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Anhang

Konzept des Landes Rheinland-Pfalz zum Schutz des Rotmilans

Ziel des Konzeptes ist es, einen guten Erhaltungs­zustand der Vorkommen insgesamt in Rheinland- Pfalz zu bewahren. Zur Erreichung dieses Ziels erstreckt sich das Konzept nicht nur auf die Be­wirtschaftung in den Europäischen Vogelschutz­gebieten, sondern geht räumlich darüber hinaus.

Im Einzelnen umfasst das Konzept die folgenden Maßnahmen:

B estandsermittlungen und Festlegung von Kern­räumen

Auswertung und Aktualisierung des vorhan­denen Datenmaterials,

Nacherhebung in Defiziträumen,

Einpflegen der Daten in LANIS,

Identifizierung von Kernräumen für Schutz­maßnahmen.

Implementierung eines Horstmeldesystems/Moni­torings

Kontinuierlichen Meldung von Horsten,

Erprobung weiterer GIS gestützter Erfassungs­systeme,

Zentrale Meldestelle zur Datensammlung, Aus­wertung und Einpflege,

Jährliche Bestimmung des Bruterfolges,

Einführung eines landesweitenTags des Rot­milans (erstmals 2010).

Schutz der Horste

Erhaltung von Horstbäumen (mittels Habitat- baumkennzeichnung),

Etablierung von Horstschutzzonen,

weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Bruthabitate z.B. durch Entwicklung naturna­her Waldsäume,

Verzicht auf Rodentizide.

Schutz und Entwicklung von Nahrungshabitaten Erhaltung bzw. Erhöhung des Grünlandanteils (insbesondere Klee-Gras-Futterwiesen, Silage­wirtschaft),

Förderung und Erhaltung vielfältiger Frucht­folgen,

Förderung von Einzelmaßnahmen wie herbst­liches Mulchen von Brachflächen und Acker­saumstreifen, Verzicht auf den Einsatz von Ro-

dentiziden,

Weiterentwicklung der Vertragsnaturschutz­programme,

Informationen der Landwirtschaftskammer und Verbände,

Einzelberatung der Landwirte durch die Berater des rheinland-pfälzischenProgramms Agrar- Umwelt-Landschaft (PAULa),

Durchführung von Biotopflegemaßnahmen zur Erhaltung einer strukturreichen Landschaft,

Lenkung von Ersatz- und Ausgleichsmaß­nahmen zur großflächigen Entwicklung von Nahrungshabitaten (z.B. auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Schmittenhöhe bei Ko­blenz).

Schutz vor Kollisionen mit Energiefreileitungen

Vereinbarung mit den Stromnetzbetreibern über Sicherungsmaßnahmen gegen den Strom­tod von Großvögeln in Rheinland-Pfalz,

Untersuchung des Storchenzentrums in Born­heim über die Gefährdung von Störchen und Greifvögeln durch Mittelspannungsleitungen und Oberleitungen der Bahn.

Untersuchung von sonstigen Verlustursachen

Erarbeitung von Vorschlägen zur Verminde­rung von Kollisionsrisiken an on-shore- Wind­energieanlagen.

Wissenstransfer und Kooperation mit Verbänden

Einrichtung der ArbeitsgruppeRotmilan Rheinland-Pfalz,

Schulungsmodul Rotmilan für die Forstwirt­schaft, Landwirtschaft und Naturschutzverwal­tung,

Internationales Rotmilansymposium 2010. Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung

Schulung ehrenamtlicher Rotmilanbeobachter,

Schulische und außerschulische Umweltbil­dung für Kinder,

InfobroschüreRotmilan in Rheinland-Pfalz,

Tag des Rotmilans (erstmals 2010),

InternetseiteRotmilan Schutzprojekt Rhein­land-Pfalz.

Weitergehende Forschung

Der Bestand des Rotmilans hängt vom Bruterfolg ab. Aktuelle Studien zeigen, dass die Bruterfolge bei Rotmilanpaaren rückläufig sind. Rheinland- Pfalz plant deshalb, die Abhängigkeit des Fort­pflanzungerfolges vom Nahrungsangebot auf aus­gewählten Flächen zu untersuchen.