Vorwort.
Unzweifelhaft übt das sich jetzt in allen Teilen der Pfalz betätigende Interesse für die Erforschung - unserer heimatlichen Geschichte auch auf die regere Pflege der verschiedenen Zweige der Naturwissenschaften einen befruchtenden Einfluss aus. Besonders die „Pollichia" lässt es sich schon seit einer ganzen Reihe von Jahren angelegen sein, durch alljährlich erscheinende, umfangreiche Veröffentlichungen aus den verschiedenen naturwissenschaftlichen Gebieten ihren Mitgliedern die neueren landeskundlichen Forschungen zugänglich zu machen. ¹ ) In diesen Bestrebungen wird sie in den letzten Jahren durch zwei periodisch erscheinende Zeitschriften, die „Pfälzische Heimatkunde" und den „Pfälzer Wald", welche mit sichtlichem Erfolg durch kleinere, mehr populär gehaltene Aufsätze ein tiefer gehendes Verständnis für die Landesnatur in weitere Kreise zu tragen suchen, aufs kräftigste unterstützt. Leider macht sich bei diesen Bestrebungen immer mehr der Mangel einer landeskundlichen Bibliographie, wie sie alle unsere Nachbarstaaten schon längst aufzuweisen haben, aufs empfindlichste bemerkbar.
Der Grund hierfür liegt, zumal er ein doppelter ist, klar auf der Hand: Einmal ist die Rheinpfalz keine geographische Einheit, sondern lediglich ein im Laufe der Zeit durch politische Abmachungen entstandenes Konglomerat von ganz verschieden gearteten Gebietsteilen, ² ) dann aber fehlt ihr seit Lostrennung der rechtsrheinischen Pfalz „auf
¹ ) Vgl. hierzu den trefflichen Aufsatz von Schulinspektor Dr. Geistbeck „Zur Förderung der pfälzischen Landeskunde". XLVII. Jahresbericht der Pollichia 1888 S. 16—25.
² ) Noch zur Beginn der französischen Revolution war die heutige bayerische Rheinpfalz in nicht weniger als 44 verschiedenen Landesherren gehörige Territorien und 15 Kondominate zersplittert.
