mochten schätzungsweise der fünfte Teil der in diesem Busch überhaupt
vorhandenen Gewölle sein . Danach kann man also den Saatkrähen dieser
nur sehr kleinen Kolonie eine Vertilgung von reichlich 4 000 Feldmäusen
gutschreiben . Da aber die Wege in diesem Gehölz , die einige Tage vorher
noch mit Gewöllen besät waren , gerade frisch geharkt waren , ist nach
WIEPKEN die Schätzung eher zu niedrig als zu hoch gegriffen , abgesehen
davon , daß dieselben Krähen auch am Fuße der benachbarten Hochspan¬
nungsmasten noch viele Gewölle zurückgelassen hatten . Reste von ande¬
ren Tieren wurden bei den Gewöllen nicht gefunden , pflanzliche Reste nur
in verschwindenden Spuren . Es ist nun interessant , daß die Moormarsch
nicht nur immer wieder von der Tipulaplage heimgesucht wird , sondern
daß sie in noch höherem Maße immer wieder der Ausgangspunkt der
furchtbaren Feldmäuseplagen gewesen ist , die das Oldenburger Land in
größeren Zeitabständen verheeren . WIEPKEN stellt daher die Frage :
Sollte etwa die Tatsache , daß so verheerende Mäuseplagen eintreten
können , darauf zurückzuführen sein , daß durch menschlichen Unverstand
den natürlichen Feinden der kleinen Nager vielfach die Lebensmöglich¬
keit geraubt oder ihnen sogar nachgestellt wurde ? Das Amt Elsfleth hat
in Erkenntnis dieser Tatsache die Saatkrähen in den früheren Jahren
wiederholt vorübergehend unter Schutz gestellt . Da gerade die Äcker
und Wiesen der Moormarsch immer wieder das Hauptgebiet bezw . der
Ausgangspunkt der Tipula und Feldmäuseplage sind , deckt sich der Biotop
der Saatkrähen in auffallender Weise mit den Lebensgebieten des Aemels
und der Feldmaus .
Die Saatkrähenkolonie in Südfelde bei Damme ist im Jahre 1938 aus¬
gestorben , es wurden im Frühjahr dieses Jahres zuletzt noch 8 Nester
gezählt . Nach der Mitteilung von SCHÜRMANN haben nach der letzten
Giftauslegung tote Krähen in großer Menge in dem Waldstück gelegen . —
Auch in Niederort und in Moorseite ( Nr . 28 und 32 ) wurden von den
Bauern 1938 verschiedentlich tote Krähen gefunden , die durch Gifteier
zugrunde gegangen sind . Beide Kolonien sind heute eingegangen . Die
Kolonie Lienen ( Nr . 37 ) wurde 1938 im Einverständnis des Eigentümers ,
der bereits eine Anzahl Krähen abgeschossen hatte , von Jungen bis auf
2 Horste vernichtet . Der Bauer fürchtete , daß die Saatkrähen nicht nur
seine Maispflanzung schädigen , sondern auch die Kücken rauben wür¬
den . — In Moordorf ( Nr . 33 ) setzte der Bauer im Jahre 1936 die Feuer¬
spritze zur Vertreibung der Saatkrähen ein . Im Jahre 1951 haben die
Bauern in der Moormarsch nach dem Bericht des Kreisbeauftragten für
Naturschutz trotz der von Dr . FRANK vom Grünlandinstitut Oldenburg
der Biologischen Bundesanstalt versuchten Aufklärung zur Beseitigung
der Saatkrähenkolonien an mehreren Stellen die Feuerspritze eingesetzt ,
um mit dem starken Wasserstrahl aus den Rohren der Spritze die Nester
von den Bäumen herunterzuholen . — Am 29 . April 1951 wurden die
Nester der Kolonie in der Pappelallee im Strandbad Brake ( Nr . 21 ) von
den städtischen Arbeitern mit Leitern und langen Stangen ausgestoßen .
Die Zeitung meldet , daß jeder Versuch , neue Nester zu bauen , zukünftig
sofort im Keime erstickt werden soll .
Nach LEEGE ( 6 ) treten die Saatkrähen in Ostfriesland in beiden Zug¬
perioden in großer Menge auf , wenn auch nicht in gleicher Häufigkeit
wie die Nebelkrähen . Das gleiche gilt im Oldenburger Lande . Der Herbst¬
zug beginnt im Oktober , der Frühjahrszug mindestens Ende Februar und
dauert bis Anfang April . WIEPKEN ( 12b und d ) stellt 1881 am 23 . Febr .
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