Zeitraums von ca. 4—5 Stunden zweimal das ♂zu beobachten. Vom ♀jedoch war nichts zu sehen. Im Hinblick auf die fortgeschrittene Jahreszeit nahm ich mir am 3. 7. 1956 einen Tag Urlaub. Nach längerem Warten beobachtete ich auch das Weibchen und auch den Horst, in dem zwei ganz kleine Junge lagen, die m. E. höchstens 1—2 Tage alt sein konnten.
Am 8. 7. 1956 war ich gemeinsam mit Herrn Rehn wiederum am Horst. Da es nur 5 Tage später war, waren die beiden Jungen nur unwesentlich gewachsen. Weitere Beobachtungsgänge fanden am 17. und 21. 7. 1956 statt, wobei die beiden Jungvögel beringt und fotografiert wurden (vgl. Abb.). Ein letzter Besuch erfolgte am 7. 8. 1956. Ein Jungvogel war noch im Horst, während der zweite in ca. 3—4 Metern Entfernung im Schilf saß.
Die am Horst gefundenen Federn habe ich an die Zoologische Sammlung des bayerischen Staates in München eingesandt. Herr Dr. G. Diesselhorst bestätigte mir, daß es sich um Federn der Wiesenweihe handelt und kam gleichzeitig zu der interessanten Feststellung, daß es sich um Federn einjähriger Vögel handelt und somit die Besiedlung des neuen Brutplatzes durch Erstbrüter erfolgt ist.
Ich freue mich, hierdurch einen Brutnachweis für das Brutvorkommen der Wiesenweihe für das Land Rheinland-Pfalz erbracht zu haben und darf nur hoffen, daß in diesem Gebiete des Altrheins keine die Lebensbedingungen der Wiesenweihe einschränkenden Maßnahmen erfolgen, damit auch in den nächsten Jahren dieser Altrheinarm als Brutplatz der Wiesenweihe erhalten bleiben möge.
Schrifttum:
1. L. Gebhardt und W. Sunkel: Die Vögel Hessens (1954).
2. Seb. Pfeifer: Die Wiesenweihe 1951 Brutvogel in Hessen — 25. Jber. Vogelk. Beobachtungsstation Untermain (1951/52).
3. W. Wüst: Am Brutplatz der Wiesenweihe — Columba 3. Jahrg. Nr. 2.
Anschrift des Verfassers: Dipl.-Kfm. Heinz Blumauer, Bad Soden/Ts., Grenzstraße 33a
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