Sumpfohreule (Asio flammeus) auf Berliner Friedhof
Zu der Beobachtung von Sumpfohreulen auf einem Friedhof in Detroit (Michigan, USA) von G. Laubinger (Heft 9, 1958, S. 176 dieser Zeitschrift) kann von einem entsprechenden Fall aus Deutschland berichtet werden, der bisher nicht veröffentlicht wurde. In den Tagen vom 22. März bis zum 1. April 1939 hielten sich 5 Sumpf ohreulen in einer kleinen Fichtengruppe des Berliner Ostfriedhofes b. Ahrensfelde auf. Zwei dieser Eulen saßen stets getrennt von den übrigen und hielten eng zusammen, dürften also bereits gepaart gewesen sein. Wie beobachtet werden konnte, flogen die Eulen zur abendlichen Jagd auf die im Osten angrenzenden Felder. Das fand seine Bestätigung auch in der Ernährungskontrolle. O. Uttendörfer bestimmte aus dem von mir gesammelten Gewölle 89 Beutetiere, und zwar 62 Feldmäuse (Microtus arvalis), 21 Wald- und Gelbhalsmäuse (Apodemus sylvaticus, flavicollis), 1 Rötelmaus (Chletrio- nomys glareolus), 1 Maulwurf (Talpa europaea), 1 Feldlerche (Alauda arvensis) und 3 weitere unbestimmbare Vögel. Erwähnt sei noch, daß der Boden bei Erscheinen der Eulen am 22. März eine Schneedecke trug. Nach Abschmelzen derselben verschwanden auch die Eulen.
Dr. O. Schnurre, Berlin C 2, Breite Straße 30
Hauskatzen als Schwalbenfänger
Der verstorbene Nürnberger Tierarzt Dr. Alfons Schmidt erzählte mir, daß auch in seinem väterlichen Hause an der Pegnitz in der Altstadt Nürnbergs am Schleifersteg eine Hauskatze sehr gewandt von einem im Pegnitzfluß verankertem Kahn aus die niedrig über dem Wasser dahinstreichenden Rauchschwalben fing und verzehrte.
In einem älteren Jahrgang der „Ornitholog. Monatsschrift" las ich, daß zur Herbstzeit in den pommerschen Kleinstädten die dortigen Hauskatzen von der Schwelle der Haustüren aus die niedrig über den Gassen fliegenden Schwalben durch einen Sprung zu fangen verstehen. Erwin Gebhardt, Nürnberg
Überwinternder Rotmilan (Milvus milvus) in Westfalen
Überwinterungsversuche des Rotmilans sind selten. Diese Tatsache veranlaßt mich zur Veröffentlichung folgender Beobachtung:
Am 4. Januar 1959 sah ich anläßlich einer Entenvogelzählung an der Möhnetalsperre im Sauerland einen Rotmilan. Es lag etwa 10 cm Neuschnee. Das Ex. nahm 100 m vor mir ein angespültes Bleßhuhn vom Ufer auf und verschwand damit. Nach Aussage des Jagdpächters hielt sich der Milan auch im November und Dezember hier auf.
Auch im vorhergehenden Winter soll er sich hier gezeigt haben. Für das überwintern ist wohl in erster Linie der Nahrungsreichtum des Gebietes verantwortlich. Im Winter halten sich bis zu 10 000 Entenvögel auf dem Gewässer aul Zu Tode gekommene Exemplare, die man beim Umgehen der Talsperre regelmäßig findet, dürften hauptsächlich als Nahrung dienen.
Werner Prünte, Fröndenberg/Ruhr, Haßleistr. 46
Abnorm singender Fitis (Phylloscopus trochilus) Am 7. 5. 58 verhörte ich im Garten des Versuchsgutes Schwabenheim a. d. Selz (Rheinhessen) einen eigenartig singenden Fitis. Er brachte neben seiner normalen Strophe häufig einen an die Schwirrstrophe des Waldlaubsängers erinnernden Gesang. Auf einen dreifachen Vorschlag „ti-ti-ti" folgte ein im Tempo an das Klappern der Zaungrasmücke erinnernder, aber im Ton weniger blechern klingender Triller. An diesen wurde manchmal der normale Schluß der Fitis-Strophe angehängt. Der Vogel sang den ganzen Nachmittag in dieser Weise, später konnte ich ihn nicht mehr feststellen.
Dr. G. Bodenstein, Ingelheim a. Rh.
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