ORNITHOLOGISCHE MITTEILUNGEN

13. Jahrgang Nr. 7 Juli 1961

Untersuchungen über die Verlustquote bei Freibrütern in einem Vogelschutzgebiet im Ingolstädter Donau-Auewald

Von Hubert Weinzierl und Heinrich Hollenbach

I. Einführung

Im Jahre 1953 wurde in einem Donau-Auewald bei Ingolstadt ein Vogelschutz­gebiet begründet, dessen Zielsetzung einerseits Aufklärungstätigkeit im prak­tischen Vogelschutz (Stadtnähe, Exkursionen usf.!) war, andererseits sollte die Frage der möglichen künstlichen Steigerung der Siedlungsdichte höhlen- brütender Singvögel und ähnliche Fragen untersucht werden. Zu diesem Zweck wurden u. a. umfangreiche Vogelschutzeinrichtungen geschaffen und die Zahl der künstlichen Nistgeräte, welche unter laufender Kontrolle stehen, sukzessive auf 500 erhöht. Hierüber wurde und wird jedoch an anderer Stelle (vergl. auchWaldhygiene", Bd. 2, S. 105112, 1958) berichtet.

Es wurden in diesem Vogelschutzgebiet aber auch viele hundert Freibrüter­nester zum Zwecke einer quantitativen Vogelbestandsaufnahme und zur Be­ringung erfaßt. Dabei ergab sich eine erschreckend hohe Verlustquote bei allen Freibrütern, deren Zustandekommen der Inhalt nachfolgender Un­tersuchungen sein soll.

Diesen Untersuchungen liegt eine 491 Nester umfassende Beobachtungs­reihe zugrunde, über die auf Grund genauester Kontrollen bis zum Ausfliegen oder Verlust der Brut eindeutige Aussagen gemacht werden können. Sämt­liche ausgeflogenen Jungvögel konnten mit Ringen der Vogelwarte Radolfzell gekennzeichnet werden.

Als Methodik zur Erfassung des Freibrütermaterials wurde ein Nestkartei­blatt mit Lageskizze entwickelt (Abb. 2); letztere hatte den Vorteil, daß im Laufe der Untersuchungsjahre die für die einzelnen Arten charakteristischen Brutplätze herausgefunden wurden.

LAGE DES VOGELSCHUTZGEBIETES 4-km westl. INGOLSTADT M=1:25000

Abb. 1: Lage des Vogelschutzgebietes Buschletten

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