Eichelhäher (Garrulus glandarius): Verbreiteter, als die bisherigen Einzelbeobachtungen schließen lassen. 2 Ex. 13. 4. Buchen-Buschwald Mte. Baldo; 6—7 Ex. (ein Trupp, Durchzügler?) 16. 4. Flaumeichen-Hopfenbuchen-Gebüsch M. Brugnolo (in 400— 500 m NN).
Steinrötel (Monticola saxatilis): Je 1 ad. ♂13 . 4. Felssturzgebiet SE von Nago und 14. 4. S-Steilwand des Mte. Brione (Torbole-Riva).
Blaumerle (Montico la solitarius): 1 ad. ♂1 4. 4. Fe lssteilwände S der Ruine Penede/ Nago. An dem von mir 1959 S. v. Riva beschriebenen Standort fehlte die Art. — Saxatilis und monticola erwiesen sich damit als sehr gebietsbeständig. Die neueren Fundorte überlappen sich mit den alten (Brut) Plätzen oder grenzen an diese Vorkommen an (vgl. v. Hedemann 1956, Oelke 1960).
Halsbandschnäpper - (Ficedula albicollis): 1 ♂12. 4. Olivenhaine Nago-Tor bole. In den Olivenhainen des Mte. Brione zeigte sich — im Gegensatz zu 1959 — kein H. Ankunftsdaten bzw. Erstgesang : — Mauersegler (200—250 Ex. 15. 4. über Stadtzentrum Verona), 1 Alpensegler (14. 4. Mte. Brione), 1 Nachtigall (16. 4. Nago-M. Brugnolo).
Literatur:
Hedemann, H. v. (1956): Ornitholog. Ferienbeobachtungen in Südtirol. Orn. Mitt. 8, 1—3 Oelke, H. (1960): Ornithologische Wandereindrücke aus Südtirol. Ebenda 12, 105—110 Peterson, R., G. Mount f ort & P. A. D. Hollom (1954): Die Vögel Europas Pitschmann, H., H. Reisiegl & H. Schiechtl (1959): Bilder-Flora der Südalpen. Stuttgart
Tratz, E. P. (1963): Ornithologisches aus Südtirol. Orn. Mitt. 15, 221—222 Voous, K. H. (1962): Die Vogelwelt Europas und ihre Verbreitung. Hamburg, Berlin Walde, K. & H. Neugebauer (1936): Tiroler Vogelbuch. Innsbruck. Anschrift des Verfassers: Dr. Hans Oelke, 315 Peine, Gunzelinstraße 11
KLEINE MITTEILUNGEN
Ornithologische Beobachtungen gelegentlich einer Frankreichreise
In der Zeit vom 29. 4. bis 9. 5. 1965 fuhr ich mit Herrn Prof. Dr. Heberer und einer Studentengruppe (Forstleute, Biologen, Prähistoriker) nach Les Eyzies in der Dordogne, um die berühmten steinzeitlichen Höhlen zu besuchen. Der "Weg führte weiter in die Gegend von Foix und Tarascon im Dep. Ariege am Pyrenäenrand und schließlich in die Camargue, von wo wir, nach leider nur sehr kurzem Aufenthalt dort, über Avignon, Lyon und Beifort zurückkehrten.
In dieser Jahreszeit erschien als Charaktervogel des durchreisten Gebietes allüberall die Nachtigall, die bekanntlich in einer außerordentlich hohen Siedlungsdichte in Frankreich lebt. Wir freuten uns auch über die noch recht zahlreichen Wiedehopfe, die wir schon zwischen Toul und Gien/Loire erstmalig antrafen und dann eigentlich überall gelegentlich sahen. Ich persönlich achtete besonders auf Rothühner, bekam auch in der Gegend von Limoge einige in Anblick. Weiter südlich sah ich noch einmal ganz besonders deutlich ein Paar und traute meinen Augen nicht, denn diese „Rothühner" waren — Steinhühner, mitten in der fruchtbarsten Ebene! Die Erklärung kam bald, denn in Les Eyzies befindet sich eine Außenstation des Zoologischen Instituts der Universität Paris, wo ich erfuhr, daß in den letzten Jahren von den Jägern dort in großem Umfang Shuggarhühner ausgesetzt seien; interessanterweise bastardieren Shuggar-Steinhühner und Rothühner, wie mir dort gesagt wurde, unbegrenzt, während Alectoris rufa und Alectoris graeca saxatilis niemals bastaidieren sollen, was sicher mit der ökologischen Trennung zusammenhängt.
Rebhuhn und Wachtel waren selten zu beobachten, den Fasan hörte man überall in den sonst so wildarmen Gebieten Zentral-, West- und Südfrankreichs; auch viele Gaststätten führen seinen Namen!
249

