1959/60 : Erster W . am 17 . 10 . auf d . Rieself . , dort am 24 . 10 . schon ca . 20 Ex . Ab dritter
Oktoberdekade zahlreiche Nachweise , die auf starken Einflug in der Mark deuten , aus den
verschiedensten Gebieten Groß - Berlins ( Rieself . , Wernsdorfer See , Rohrbruch Haselhorst ,
Rieselfelder zw . Karow u . Blankenfelde [ = bei Karow ] , Tiefwerder Wiesen , Havelufer ) , z . B . :
25 — 30 Ex . am 1 . 11 . Wernsdorfer See . Auf den Rieself . bis 21 . 11 . nur bis zu 15 Ex . , dann
Anstieg auf 35 Ex . am 24 . 12 . , mind . 40 Ex . am 17 . 1 . und ca . 50 Ex . v . 20 . 2 . - 27 . 2 . Zur
gleichen Zeit ( 27 . 2 . ) 20 Ex . Tiefwerder Wiesen ; bei Karow nach einer winterlichen Ansamm¬
lung von 30 Ex . am 3 . 1 . in der Folgezeit bis Mitte März fast nur noch einzelne Stücke . Auf
den Rieself . und Tiefwerder W . von Anfang März bis Mitte April meist zw . 5 — 15 Ex . An den
berieselten Flächen bei Karow am 26 . 3 . 65 Ex . ( ! ) , am 14 . 4 . 40 Ex . und am 17 . 4 . noch 10 Ex .
Letztbeobachtung am Wernsdorfer See : 24 . 4 . und Rieself . : 1 . 5 . ( 2 Ex . ) .
1960/61 : Einflug einzelner Stücke ab 9 . 10 . ; von Ende Okt . bis Ende Nov . bis zu 25 Stück
auf den Rieself . und bis zu 20 Ex . bei Karow ; am Wernsdorfer S . nur einzelne W . Erster Hö¬
hepunkt am 18 . 12 . mit 35 Ex . und erneute Konzentrationen am 1 . 2 . und 23 . 2 . mit 55 Ex .
und 45 Ex . auf den Rieself . Zur gleichen Zeit ( 25 . 2 . ) 40 Ex . bei Karow , danach Verminderung :
19 . 3 . mind . 30 Ex . , 3 . 4 . 15 Ex . , 8 . 4 . 5 Ex . Auf den RieseJf . ab März meist unter 10 Ex . ,
das letzte Ex . am 15 . 4 .
1961/62 : Erste Herbstbeobachtung am 8 . 10 . ( Rieself . ) , danach bis Ende Okt . bis zu 15 Ex .
Am 5 . 11 . plötzliche Zunahme : ca . 40 Ex . Rieself . und 15 — 20 Ex . TiefwerderW . ; dann bis
Ende Dez . auf den Rieself . meistens um 15 Stück . Zum Frühjahr dort erneutes Ansteigen : 7 .
1 . 25 Ex . , 11 . 2 . ca . 45 Ex . , 10 . 3 . noch ca . 40 Ex . Ende März dort bis zu 25 Ex . , danach bis
20 . 4 . nur noch einzelne Stücke . Auf den Tiefwerder W . die letzten 8 Ex . am 7 . 4 .
1962/63 : Der erste W . am 7 . 10 . auf den Rieself . ; vom 17 . 10 . — 4 . 11 . dort bis zu 20 Stück
und vom 11 . 11 . — 2 . 12 . mit mind . 30 Ex . diesjähriges Wintermaximum . Danach Abnahme :
im Jan . bis 20 Ex . , ab Anfang Febr . niemals über 10 Ex . und im April , letztmalig am 13 . 4 . ,
nur noch Einzelstücke . Auf den Tiefwerder W . nur einmal ( 20 . 10 . — 3 Ex . ) .
1963/64 : Herbstlicher Einflug ab 12 . 10 . ( Tiefwerder W . , Rohrbruch Haselhorst ) . Durchzug
und Uberwinterung auf den Rieself . ohne Besonderheiten , da v . 19 . 10 . — 11 . 4 . regelm . W . mit
monatlichen Höchstzahlen zw . 10 — 20 Ex . ( maximal 20 Ex . am 19 . 12 . ) . An den Bewässerungs¬
anlagen in Marienfelde im Okt . und März einzelne Stücke .
1964/65 : Die ersten 5 — 7 Ex . am 11 . 10 . auf den Rieself . , von Nov . bis Mitte März dort
regelm . in gleichbleibenden monatlichen Höchstzahlen von 15 — 20 Ex . Im April nur noch Ein¬
zelvögel , den letzten am 10 . 4 . In den Monaten Nov . und Dez . einzelne W . ( bis zu 8 Ex . ) auch
in Marienfelde . — Im Juni 1 Felsenpieper ( Anthus s . littoralis ) in Berlin - Lübars ( Marx , 1966 ) .
1965/66 : Auf den Rieself . v . 16 . 10 . — 2 . 4 . regelm . einige Ex . ; monatliche Höchstzahlen : Okt .
6 Ex . , Nov . 8 Ex . , Dez . 12 Ex . , Jan . ( 2 . 1 . ) 19 Ex . , Febr . 11 Ex . , danach Trupps von knapp
10 Individuen . Auf den Tiefwerder W . , am kleinen See bei Gatow und in Marienfelde nur
wenige Einzelexemplare .
In Groß - Berlin fällt die mittlere Ankunft ( 1959 — 1965 ) auf den 11 . Oktober ( früheste
Ankunft : 7 . 10 . 62 ) ; die durchschnittliche Letztbeobachtung im Achtjahreszeitraum seit
1959 erfolgte am 14 . April ( späteste Beobachtung : 1 . 5 . 60 ) . Während die ersten An¬
kömmlinge regelmäßig in der Zeit vom 7 . 10 . bis 17 . 10 . erschienen , verlief der Abzug
der letzten Vögel nicht so gleichförmig ; denn im Frühjahr gelangten die letzten Sicht¬
nachweise in der Zeit vom 2 . 4 . bis 1 . 5 . Auf den Gatower Rieselfeldern ( auf denen
mindestens zweimal wöchentlich beobachtet wird ) wurden alljährlich nach dem Er¬
scheinen der ersten Stücke ständig bis zum Rückflug im April Wasserpieper festgestellt .
Der Berliner Raum ist daher als echtes Überwinterungsgebiet anzusehen . Eigentlicher
Durchzug oder gar besondere Zugspitzen , wie sie jedes Jahr beim Wiesenpieper in Er¬
scheinung treten , waren kaum zu bemerken . Soweit fliegende Trupps erkannt wurden ,
handelte es sich meist um umherschweifende Verbände oder Schlafplatzgemeinschaften .
Die bereits im November recht hohen Wasserpieperzahlen zeigen , daß der Einflug im
wesentlichen während dieses Monats endet . Der jährliche Uberwinterungsbestand in
Groß - Berlin darf nach den vorliegenden Zählergebnissen auf etwa 60 — 120 Ex . ge¬
schätzt werden . Die in manchen Jahren recht beachtlichen Ansammlungen im Februar
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